Die Indischen Tiger sind in Bedrängnis. Die Landnutzung der Menschen drängt die Raubtiere in immer kleinere, voneinander getrennte Waldflächen zurück. Doch gibt es zwischen isolierten Tiger-Gebieten in Indien Verbindungen durch Wald-Inseln oder -Korridore, dann können die Raubkatzen die Verbindung halten. Das konnten Zoologen vom Smithsonian Conservation Biology Institute in Washington nachweisen. Sie berichten über ihre Studie in den «Proceedings B» der britischen Royal Society. Der gefährdete Indische Tiger (Panthera tigris tigris) ist auch als Bengal-Tiger bekannt.
Indischen Tigern bleibt heute nur noch ein Bruchteil ihres früheren Lebensraums, berichtet Sandeep Sharma vom amerikanischen Smithsonian Conservation Biology Institute. Durch die Zerstückelung der ehemals riesigen Waldflächen des Subkontinents ist die Population in 76 Teile aufgespalten worden, deren Lebensraum zum Teil durch geeignete Gebiete wie kleinere Wälder miteinander verbunden sind.
Sandeep Sharma untersuchte nun, ob diese Korridore ihre Funktion erfüllen, ob also die Tiger in den verschiedenen Kernzonen miteinander in Kontakt treten, für Nachwuchs sorgen und so den Genfluss in der Gesamtpopulation erhalten können. Dazu untersuchte er die Verwandtschaft von 273 Tigern, die in vier getrennten, aber mit Korridoren unterschiedlich gut verbundenen Schutzgebieten im Gebiet von Satpura-Maikal in Zentralindien leben.
Die Daten zeigen, dass die Indischen Tiger immer noch eine große genetische Varianz haben, obwohl ihre Zahl in den vergangenen 150 Jahren auf nur noch ein Zehntel sank. Die Korridore erfüllen ihre Funktion, indem sie die Wanderung von Tieren zwischen den Kerngebieten erleichtern, wie der Forscher betont.
Die meisten Bengal-Tiger leben nach Angaben der Umweltorganisation WWF in Indien, aber sie kommen unter anderem auch in Nepal und Bangladesch vor. Verlust an Lebensraum und Wilderei gefährden die Bestände. Es soll insgesamt weniger als 2500 Bengal-Tiger geben.
Zu Demaart
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