Insgesamt acht Frauen haben Filner der sexuellen Belästigung bezichtigt und teils auch verklagt. So soll der 70-Jährige, der geschieden ist, mehrfach versucht haben, seine frühere Kommunikationschefin Irene McCormack Jackson zu küssen und sie aufgefordert haben, ohne Unterwäsche zur Arbeit zu kommen.
Jetzt hat der Stadtrat von San Diego ein Machtwort gesprochen – einstimmig. Bob Filner muss die Kosten für Rechtsstreitigkeiten wegen der Vorwürfen komplett selbst tragen. Eine Erstattung aus der Stadtkasse sei nicht möglich, sagte der Ratsvorsitzende Kevin Faulconer am Dienstagabend (Ortszeit). «Seine Arbeitgeber, die Steuerzahler Dan Diegos, müssen ihn nicht aus dem Schlamassel helfen, den er angerichtet hat.»
«Wie ein Stück Fleisch»
Der Rat der achtgrößten Stadt der USA hat Filner inzwischen auch mit sieben zu neun Stimmen zum Rücktritt aufgefordert, was der demokratische Politiker aber ablehnt.
Filner hat stattdessen angekündigt, ab dem 5. August eine zweiwöchige Intensiv-Sexualtherapie anzutreten. Bis dahin gibt er sich zerknirscht: «Das Benehmen, das ich über die Jahre an den Tag legte, war falsch.»
Bei den Frauen von San Diego aber dürfte Filner ein für alle mal verspielt haben. Die Anwältin einer der Klägerinnen bringt es auf den Punkt: «Unglaublich, dass er eine Therapie braucht damit er begreift, dass Frauen Respekt verdienen und nicht wie ein Stück Fleisch behandelt werden können.»
Zu Demaart
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