Die Austeritätspolitik in Spanien führt zu tiefen Einschnitten in zahlreichen Bereichen. Auch das Bildungssystem bleibt davon nicht verschont. So soll jetzt u.a. bei den Spanischkursen im Ausland gespart werden. Die Anzahl der Stunden in Präsenz eines Lehrers werden reduziert. Stattdessen sollen die Schüler einen Teil des Unterrichts über das Internet absolvieren.
" class="infobox_img" />Die FAEL ruft den spanischen Botschafter in Luxemburg zu Hilfe. (screenshot FAEL)
Die Föderation der spanischen Assoziationen in Luxemburg (FAEL) ist beunruhigt. Sie befürchtet, dass die Reduzierung den ersten Schritt eines progressiven Abbaus darstellt und das Ende der komplementären Spanischkurse in Luxemburg bedeuten könnte.
Das sogenannte „ALCE“-Programm des spanischen Bildungsministeriums bietet seit den 60er Jahren spanische Sprach- und Kulturkurse für im Ausland lebende Spanier an. Die Kurse reichen von der Grundschule über den Sekundarunterricht bis hin zur Erwachsenenbildung. Ziel ist es, den Immigranten und ihren Kindern zu ermöglichen, den Kontakt zur spanischen Sprache und Kultur, also zu ihren Wurzeln, nicht zu verlieren.
In Luxemburg gibt es diese Komplementärkurse seit den 70er Jahren. Zeitweilig gab es bis zu fünf Lehrer, die in Luxemburg-Stadt, Esch/Alzette, Differdingen, Remich, Grevenmacher, Diekirch und Lintgen unterrichteten. Heute gibt es nur noch eine Lehrerin.
Internet ist kein Ersatz
Für die FAEL ist das Ersetzen eines Lehrers durch einen Internetkurs keine Option. Sieben- bis neunjährige Kinder, die im Ausland leben und im dortigen Schulsystem integriert sind, könnten nicht einfach alleine nach Hause gehen, um vor dem Computer zu lernen, kritisiert die FAEL. Bei Fragen und Lernschwierigkeiten seien die Eltern nicht genügend vorbereitet, um ihren Kindern zu helfen.
Auch für ältere Kinder und Erwachsene sei die proaktive Förderung durch einen physisch präsenten Lehrer sehr wichtig. Zudem könne man nicht einfach davon ausgehen, dass alle Haushalte einen PC mit Internetanschluss besitzen.
Der Botschafter soll helfen
Vor allem wird aber befürchtet, dass das Ersetzen von Unterrichtsstunden durch Internetkurse langfristig zur Abschaffung dieser Kurse führen wird.
Deshalb hat die FAEL sich nun an den spanischen Botschafter in Luxemburg gewendet. Die Föderation hatte bereits eine Unterredung mit dem Botschafter, bei der sie ihm einen offenen Brief zur Problematik überreichte.
Der Botschafter habe dabei großes Verständnis für die Sorgen der Spanier in Luxemburg gezeigt, erklärte Pablo Sánchez von der FAEL gestern gegenüber dem Tageblatt. M.Cl.
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