Zur Erinnerung: 2010 stand die „Maison berbère“, ein marokkanisches Restaurant, das ehemalige „Goebbels-Haus“ an der Nummer 26 in der hauptstädtischen Glesener-Straße, während Monaten im Mittelpunkt von Diskussion und Polemiken.
Das im Jugendstil erbaute Haus sollte laut Bautenreglement der Stadt Luxemburg abgerissen und durch ein modernes, niedrigeres Gebäude ersetzt werden. Das widersprach aber dem Gesetz von 2004 über die Flächennutzungspläne der Kommunen. Jedoch nahm weder das Kulturministerium noch die Denkmalschutz-Behörde („Sites et monuments“) Anstoß daran.
Auf Betreiben der Vereinigung „Luxembourg Patrimoine“ wurde schlussendlich ein Kompromiss gefunden. Ein Privatier wollte das Haus Stein für Stein abbauen und es auf seinem Grundstück in einem Villenviertel in Grevenmacher wieder aufbauen. Der Mäzen wollte alle Kosten dieser Operation übernehmen. Der Staat stellte jedoch in Aussicht, sich zu 30 Prozent daran zu beteiligen.
Bauarbeiten begannen
In einer ersten Phase war das Relief „Das Mädchen mit dem Rosenkorb“ und die schmiedeeiserne Eingangstür ausgebaut und in Sicherheit gebracht worden. Danach passierte aber nicht mehr viel.
Inzwischen ist die „Maison berbère“ in Vergessenheit geraten. Jetzt, da vorgezogen Wahlen anstehen, hat der unabhängige Abgeordnete und PID-Kandidat Jean Colombera das Berberhaus wiederentdeckt. Er will wissen, an welchem Ort es aufgebaut wurde und wer der aktuelle Besitzer ist.
Darüber hinaus möchte er erfahren, ob Kulturministerin Octavie Modert zu jener Zeit den Segen für den Abriss gab. Also jene Dame, die den Diekirchern wegen des Kichturm-Esels die Ohren lang ziehen will und in Rümelingen weit weniger erhaltenswerte Häuser unter Denkmalschutz stellt und damit den Neubau des Altenheims in Frage stellt.
Zu Demaart
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