Samstag3. Januar 2026

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James-Bond-Double stürzt in den Tod

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Millionen sahen ihn vergangenes Jahr als James Bond am Fallschirm hoch über London - in den Schweizer Alpen stürzte der Stuntman Mark Sutton jetzt in den Tod.

Der Flug im Spezialanzug Wingsuit sollte einfach spektakulär werden, genau wie sein Auftritt bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2012 in London. Mark Sutton schwärmt bei Facebook von dem Panorama, das ihn erwarten werde «mit dem Mont Blanc und den glitzernden Gletschern im Hintergrund». Der Eintrag stammt vom 10. August. Vier Tage später stürzt er in den Tod. Fast genau ein Jahr, nachdem Millionen Menschen bewundert hatten, wie er anstelle von James-Bond-Star Daniel Craig als Superagent 007 mit dem Fallschirm über der britischen Hauptstadt absprang.

Schock und Trauer unter Suttons Freunden: Er sei «klug, wortgewandt und witzig» gewesen, sagte der Stuntman Gary Connery der britischen Zeitung «Sun». Connery war bei der Olympia-Eröffnung gemeinsam mit Sutton abgesprungen. Der Kollege im schwarzen Bond-Smoking, er selbst kostümiert als Königin Elizabeth II. mit Kleid und Perücke – die ganze Welt lachte damals über die witzige Anspielung auf den Geheimagenten «Im Dienst Ihrer Majestät».

Er wurde nur 42 Jahre alt

Bei Extremsportarten wie dem Fallschirmspringen, Basejumping und dem Wingsuit-Fliegen, sagt Connery, werden Freundesbande manchmal «im Moment eines Herzschlags geschmiedet, um dann ein Leben lang zu halten». Suttons Leben währte nur knapp 42 Jahre.

Am Mittwoch bestieg der einstige Armeeoffizier zusammen mit einem anderen Sportler im französischen Ski-Ort und Alpinistenzentrum Chamonix unweit des 4810 Meter hohen Mont Blanc einen Hubschrauber.

Wenig später sprangen die Männer über der Region Grandes-Otannes (Schweizer Kanton Wallis) auf einer Höhe von 3300 Metern in Wingsuits ab. Diese Anzüge mit Flügeln zwischen Armen und Beinen ermöglichen ein – mehr oder weniger rasantes – Herabgleiten aus großer Höhe. Wingsuit-Flieger ähneln dabei ein wenig der legendären Comic-Figur Superman.

Sutton prallte gegen den Berg

Die beiden Extremsportler seien entlang eines Berg-Reliefs geflogen, um beim Dorf Le Peuty auf der Schweizer Seite der Mont-Blanc-Region zu landen, erklärte ein Sprecher der Walliser Kantonspolizei. «Einer der beiden Männer prallte dabei offenbar gegen Bergvorsprung.»

Die Untersuchungen zum genauen Hergang werden noch Tage dauern. Zunächst ginge Experten davon aus, dass bereits der Aufprall auf den Felsen angesichts der hohen Geschwindigkeit für Sutton tödlich war.

Videos werden ausgewertet

Weitere Erkenntnisse erhofften sich die Ermittler auch von der Auswertung der Videoaufnahmen, die eine Kamera am Körper des anderen Wingsuit-Fliegers gemacht hat. Der Aufprall sei darauf jedoch nicht zu sehen, hieß es am Donnerstag in Polizeikreisen.

Sutton und 20 andere Wingsuit-Piloten, die alle zu den besten der Welt gehören, waren von Epic TV, einem Mediendienstleister im Bereich des Extremsports, für ein paar Sprung-Tage nach Chamonix eingeladen worden.

«Eine ganz zwanglose Sache»

«Das sollte eine ganz zwanglose Sache sein», berichtete Trey Cook, der Chefredakteur von Epic TV, der britischen Nachrichtenagentur PA. «Sie flogen hoch mit den Helikoptern und sprangen. Sie konnten ihre eigene Route wählen, und wir haben dann ihre Flüge gefilmt.»

Ob Extremsportarten nicht einfach zu gefährlich sind, wird immer wieder gefragt: Schon mehrere Menschen haben dabei ihr Leben verloren. «All ihr Jumper oder Flyer, geht auf Nummer Sicherheit», twitterte Suttons Freund und Kollege Connery. «Trefft kluge Entscheidungen, kennt eure Limits und die Örtlichkeiten genau – bleibt am Leben, so dass ihr eure Story anderen erzählen könnt.»