Die Forderungen der Landwirte beziehen sich besonders auf drei Bereiche.
Da wäre natürlich die laufende Reform der europäischen Agrarpolitik. Im Klartext: es könnten weit weniger Gelder wie bisher aus dem Brüsseler Topf nach Luxemburg fließen. Hier machen sich die Bauern sorgen, dass am Ende des Prozedere die luxemburgische Betriebe geschwächt dastünden.
An vorderster Stelle bereitet demnach vor allem die Neuaufteilung der Direktzahlungen den Bauern Kopfzerbrechen. Auch die künftige Zusammenlegung der Budgets für ländliche Entwicklung (Landwirtschaft, Leaderprogramme, …) müssten mit Bedacht berücksichtigt werden. Deshalb sollten prioritär diese Gelder der landwirtschaftlichen Projekte zugute kommen. „Wir bestellen immerhin täglich die Hälfte der Ländereien in Luxemburg“, meint Marc Fisch.
Neben der Neuaufteilung der finanziellen Mittel befürchtet die Bauernzentrale vor allem einen Ausbau von weiteren Restriktionen durch die sogenannten Greening-Maßnahmen. „Wir finden das Prinzip gut“, meint Marc Fisch. Da man bereits viel für umweltschonende und nachhaltige Produktionsmethoden tue, sollte man lieber in dieser Richtung weiterarbeiten, statt den Betrieben neue, weitere Auflagen aufzubürden.
Ein Dorn im Auge der Landwirte ist die mögliche Einstufung einiger weiterer Gebiete Luxemburgs als nicht mehr benachteiligte Agrarregionen. Sollte Brüssel hier etwas ändern, fordert die Bauernzentrale entsprechende Kompensationen.
Doch die europäische Agrarreform ist bekanntlich noch in der Ausarbeitung.
Umdenken bei Kompensationsflächen
Viel konkreter und direkt vor Ort sehen die Landwirte das System Kompensationsflächen im Rahmen des Naturschutzgesetzes am Ende der Strecke angekommen. „Wir fordern einen ähnlich strengen, aber undogmatischen Schutz für die landwirtschaftlichen Flächen, wie es einen für die Forstflächen gibt“, meint Josiane Willems, Direktorin der Bauernzentrale.
Die Landwirte möchten nicht mehr, dass so ohne Weiteres Agrarflächen zur Wiederaufforstung benutzt werden. Man fordert hier ein Umdenken und schlägt vor, das System auch dahingehend zu reformieren, dass auch andere Maßnahmen – etwa energetische Subventionen oder Altbausanierung – als Kompensation in Betracht zu ziehen sind.
65 Prozent der angebauten Flächen seien heute Pachtland, also nicht mehr direkt im Besitz der Landwirte. Die Politik müsse deshalb sparsamer im Umgang mit dem Faktor Boden sein. „Wir wollen eine ausgeglichene Lösung“, erklärt Josiane Willems. Aber die Parteien müssen sich deshalb eingehender mit der Landesplanung beschäftigen, als dies bislang der Fall gewesen sei.
Das dritte Anliegen betrifft die Förderung der Landwirtschaft innerhalb der Gesellschaft. „Wir verkaufen uns zu schlecht“, gestand demnach Marc Fisch, der Präsident der Bauernzentrale. Man macht sich Sorgen, dass die Qualitätsprodukte der Landwirte in Luxemburg zu kurz kämen.
Dabei schaut man nicht unbedingt auf den einzelnen Konsumenten, sondern eher auf die institutionellen Akteure. Am Pranger steht hier vor allem, dass in den Schulen, den Altenheimen, den Krankenhäusern oder in den betrieblichen Kantinen oft allein ökonomische Kriterien – zum Nachteil der heimischen Produkte – in Betracht gezogen werden. Die Politik sollte deshalb den Landwirten auch die Mittel gewähren, um sich besser vermarkten zu können.
Zu Demaart
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