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Positives Fazit trotz drohendem Ärztemangel

Positives Fazit trotz drohendem Ärztemangel

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ETTELBRÜCK - Ein durchaus positives Fazit wurde am Montagmorgen bei der Vorstellung des Jahresberichts 2012 des „Centre hospitalier du Nord“ gezogen. Nur der in Zukunft drohende Ärztemangel bereitet dem Generaldirektor, Prof. Dr. Hans Joachim Schubert, Kopfzerbrechen.

Das „Centre hospitalier du Nord“ (CHdN) mit seinen zwei Standorten Ettelbrück und Wiltz sei durch die angekündigte Fusion des „Hôpital Kirchberg“ mit der ZithaKlinik quasi über Nacht zur kleinsten regionalen Einrichtung des Landes geworden, sagte die Präsidentin des CHdN-Verwaltungsrates, Nicole Wilhelm-Petry, anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts.

Kinderärztlicher Notdienst im Norden des Landes

Es scheint eine Lösung in Sachen kinderärztlicher Notdienst für den Norden des Landes gefunden zu sein. Vor einigen Monaten hatten die Kinderärzte des „Centre hospitalier du Nord“ (ChdN) Alarm geschlagen. Für den ChdN arbeiten zurzeit sieben Kinderärzte, von denen einer das Alter für den Notdienst überschritten hat.

Am Montagmorgen konnte der Generaldirektor des ChdN, Prof. Dr. Hans-Joachim Schubert, nun von einer Lösung berichten. Im Rahmen eines Pilotprojekts soll die Last des Notdienstes jetzt auf mehr Schultern wie vorher verteilt werden. Darauf habe man sich geeinigt. Mittels einer freiwilligen Verpflichtung sollen jetzt mehr Kinderärzte den Dienst gewährleisten.

Bis zu 16 Ärzte kämen dabei infrage. Dies aber nur, weil das Gebiet der infrage kommenden Ärzte bis nach Junglinster ausgedehnt wurde, so Schubert.

Dieses Pilotprojekt soll bis zum 31. Dezember 2014 laufen.

Weitere Details werde Gesundheitsminister Mars di Bartolomeo am Dienstag nächster Woche während einer Pressekonferenz in Ettelbrück bekannt geben.

Trotzdem sind die beiden Standorte die erste Anlaufstelle für nahezu 100.000 Einwohner im Norden des Landes. Gezählt wurden 2012 sage und schreibe 198.000 ambulante Interventionen, 14.000 Patienten wurden stationär behandelt. Die Auslastung des CHdN lag bei insgesamt 78,04 Prozent, wobei der Standort Wiltz nur 59,95 Prozent Auslastung zu verzeichnen hatte. Der Grund hierfür seien die noch andauernden Bau- und Modernisierungsarbeiten am Wiltzer Spital, erklärte Prof. Dr. Hans Joachim Schubert. Die Arbeiten sollen Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Zu den Schwerpunkten des „Centre hospitalier du Nord“ gehören die Polytraumaversorgung, mit dem lokal stationierten SAMU, dem Rettungshubschrauber sowie dem komplett ausgerüsteten Schockraum, und die Reanimationseinheit für Unfallopfer sowie die Versorgung von Opfern eines Schlaganfalls.

1.000 Beschäftigte

Nachdem vor kurzem die Sterilisationseinheit des Krankenhauses Ettelbrück modernisiert wurde, steht jetzt die Umstrukturierung der Krankenhausapotheke auf dem Programm. Eine Computersoftware soll in Zukunft die Rezepte kontrollieren und gegebenenfalls auf eventuelle Unverträglichkeiten und Wechselwirkungen der Medikamente aufmerksam machen.

Das CHdN ist mit seinen durchschnittlich 1.000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber im Norden des Landes. Während die Anzahl der Angestellten über 50 Jahre 2006 noch bei 10,61 Prozent lag, habe sich diese Zahl im Laufe der Zeit verdoppelt, hieß es gestern bei der Versammlung. Beim Nachwuchs in diesem Beruf seien die Zahlen hingegen rückläufig. In Zukunft würden sich deswegen Probleme auftun.

Ärztemangel

Auch der drohende Ärztemangel bereitet dem Generaldirektor Sorgen. Es werde immer schwieriger, gute Ärzte für den Norden des Landes zu begeistern, sagte Schubert. Man sei jetzt schon auf der Suche in Ländern wie Spanien. Dabei stehe man mit den anderen Krankenhäusern in Luxemburg in starker Konkurrenz.

Das Budget des CHdN lag im letzten Jahr bei rund 100 Millionen Euro. Damit sei man 1,6 Millionen unter der mit der CNS vereinbarten Summe geblieben.