Der russischer Grenzschutz stürmte das Greenpeace-Schiff «Arctic Sunrise» und schleppte den Eisbrecher nach Murmansk in die Hafenstadt Murmansk. Der Kapitän sei bereits befragt worden, doch sollten in Murmansk umfassende Ermittlungen eingeleitet werden, sagte eine Sprecherin des Grenzschutzes der Region von Murmansk, einem Ableger des Geheimdienstes FSB, am Freitag der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Bis zur Ankunft dauere es etwa drei Tage. Roman Dolgow von Greenpeace sagte RIA Nowosti von Bord des Schiffes aus, den Aktivisten werde unter anderem «Terrorismus» und «illegale wissenschaftliche Forschung» vorgeworfen.
Aktivisten demonstrieren weltweit vor russischen Botschaften. Auch in Luxemburg. Ab 15 Uhr ruft Greenpeace zur Demo vor der russischen Botschaft in Beggen auf um gegen das Vorgehen der Behörden zu protestieren, so Roger Spautz von Greenpeace-Luxemburg gegenüber Tageblatt.lu.
«Illegale Übernahme»
«Wir wissen derzeit nicht, was genau an Bord passiert», sagte Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven der Nachrichtenagentur dpa. Von Lieven warf den russischen Behörden eine illegale Übernahme vor. «Unsere Kollegen werden gegen ihren Willen in internationalem Gewässer von der Küstenwache festgehalten. Das ist willkürliche Gewalt», sagte er.
Die «Arctic Sunrise», die unter niederländischer Flagge fährt, hatte in der Petschorasee gegen geplante Ölbohrungen des russischen Staatskonzerns Gazprom protestiert. Daraufhin hatte der FSB das Schiff geentert und die Crew festgesetzt.
Der FSB bestätigte den Zwischenfall. Der Kapitän habe Aufforderungen zum Stopp ignoriert, teilte der Geheimdienst mit. Derzeit werde Material vorbereitet, das der Ermittlungsbehörde übergeben werden solle. Der Kapitän habe sich geweigert, das Protokoll über die Durchsuchung des Schiffs zu unterschreiben. Greenpeace wirft Russland vor, mit den geplanten Bohrungen das sensible Ökosystem der Arktis zu gefährden.
Zu Demaart
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