Nicht nur, dass es sich anscheinend oft nicht so abgespielt hat, wie es veröffentlicht wird, es gibt auch viele Leser, die uns von Unfällen und Zwischenfällen berichten, über die die Polizei kein einziges Wort in ihren Mitteilungen verliert.
Skandalöser Facebook-Eintrag
Wir wollen unseren Lesern an dieser Stelle mitteilen, dass wir aber von den Infos der Polizei abhängig sind und diese, im Gegensatz zum Ausland, keine Informationspflicht gegenüber den Journalisten hat. Ganz im Gegenteil: Sobald ein Journalist einen Zwischenfall hinterfragt, versteckt sich die Polizei hinter dem „secret de l’instruction“.
Pressesprecher soll sich entschuldigen
Diese Tatsache sorgt periodisch für Dissonanzen zwischen Polizei und Presse. Das Fass zum Überlaufen hat aber nun dieser Tage der Facebook-Auftritt des Pressesprechers der Polizei gebracht. Aufgrund dessen, dass die Polizei nun über ein teures Fernsehstudio verfügt und seit kurzem auch ihre eigenen Fernsehsendungen (Polizei-TV oder Polizei-News) produziert und ausstrahlt, hat ein Mitbürger folgenden Beitrag auf Facebook gepostet:
„Ça ne rigole plus chez la police du Luxembourg!!! Twitter, Facebook, Web-TV!!! Est-ce que par hasard il n’y aurait pas un ancien journaliste caché derrière tout ça????“
Die Antwort des Pressesprechers der Polizei erschien zwei Stunden später auf Facebook, und die hatte es in sich:
„Ça me détend, je me fais plaisir. Non, sans blague, on doit le faire parce que malheureusement les journalistes ne font plus leur travail correctement.“
Dieser skandalöse Facebook-Eintrag rief gestern u.a. die Journalistenvereinigung ALJ sowie den Luxemburger Presserat auf den Plan.
Wie wir nun in Erfahrung bringen konnten, hat das Führungsgremium des Presserates gestern einstimmig entschieden, beim zuständigen Innenminister sowie beim Polizeidirektor zu intervenieren. Das Mindeste, was die Berufsgruppe verlangt, ist, dass sich der Polizei-Pressesprecher öffentlich an die Adresse der Journalisten für seine Entgleisung entschuldigt. Der Journalistenverband ALJ, Mitglied des Presserates, unterstützt diese Entscheidung vollends.
Zu Demaart
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