Fast bis auf den letzten Platz war das Paul-Feidert-Auditorium des Campus Kirchberg besetzt. Von den 67 neuen Doktoren waren allerdings nur 37 anwesend. Nebst einigen Abgeordneten wohnten gleich zwei Minister – Premierminister Jean-Claude Juncker und Hochschulministerin Martine Hansen – der Veranstaltung bei.
Rektor Rolf Tarrach wies in seiner Rede darauf hin, dass die neuen Doktoren daran denken sollten, sich in den kreativen Prozess des Landes mit einzubinden. Gewiss stünden ihnen eine Menge Türen offen, sie sollten aber nicht vergessen, dass die Universität auch zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen soll.Allerdings, meinte Tarrach, was auch immer sie entschieden, so sollten sie ihrem Herzen folgen, aber auch ein bisschen ihrem Verstand gehorchen. Er warnte sie allerdings auch mit einem Zitat von Angela Merkel: „Gescheit, gescheiter, gescheitert.“
An die Adresse des anwesenden Premierministers gerichtet kritisierte Tarrach die Tatsache, dass das Budget der Universität leicht zurückging. Jean-Claude Juncker wies zu Beginn seiner Rede allerdings darauf hin, dass Luxemburg das einzige EU-Land gewesen sei, das den Haushalt für seine Hochschule sogar im Krisenjahr 2010 anhob.
Top-Universität in einigen Jahren
Tarrach erinnerte daran, dass die Universität internationale Ansprüche habe. Er selbst sehe die Uni in einigen Jahren unter den hundert besten Universitäten Europas. Er wies auch darauf hin, dass die Uni nicht für die Luxemburger da sei, sondern für Luxemburg. Die gestrige Überreichung der Doktordiplome markierte zugleich den Anfang des akademischen Jahrs 2013/2014.
Gastredner des Abends war Staatsminister Jean-Claude Juncker, der über das Thema „Redonner un sens à l’avenir“ referierte. Es dürfte eigentlich niemanden überraschen, dass für einen so überzeugten Europäer die Zukunft Europas nur über ein noch geeinteres Europa führen kann. Die Probleme, denen der Kontinent Europa gegenüberstehe, seien gewaltig, sagte Juncker. Als Beispiele nannte er die demografische Entwicklung, die dazu beitrage, dass es prozentual immer weniger Europäer gebe. Es gebe keine großen europäischen Nationen an sich mehr; sie seien nur groß wegen und durch Europa. Mao zitierend meinte er, die Unordnung sei die Regel, nicht die Ordnung. Man soll also gemeinsam daran arbeiten, dass die Ordnung zur Regel werde.
Während der Feier wurde Erna Hennicot-Schoepges, die unter anderem auch Hochschulministerin war, für ihre Verdienste um die Uni mit der Medaille der Universität ausgezeichnet.
Zu Demaart
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