Dienstag3. Februar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

«Katastrophe für Reuland»

«Katastrophe für Reuland»

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Am Mittwoch wurde die Lesestunde beim Bommeleeër-Prozess zum dritten Mal fortgesetzt. Ex-Polizeichef Reuland hörte wieder aufmerksam zu. Für Anwältin Lydie Lorang ist der Prozess eine "Katastrophe für Reuland".

Tag drei in der Vorlesung der Aussagen von Ex-Polizeigeneraldirektor Pierre Reuland vor Gericht. Die Verteidigung brachte zu Beginn neues Material zum Zusammenspiel der Geheimdienste. Zitiert wurde aus einer Vernehmung vom ehemaligen SREL-Chef Charles Hoffmann. Zur Zeit der Anschlagserie zwischen 1984 und 1986 hatte ein US-Geheimdienst seine Hilfe zur Aufklärung der Attentate angeboten. Eigens dafür wurden US-Geheimdienstler nach Luxemburg geschickt.

Gaston Vogel wollte von Reuland wissen, ob er damals den Gerüchten nachgegangen sei, dass Mitglieder der BMG in der Anschlagserie involviert waren. Wenn ja, was habe er unternommen. Richterin Sylvie Conter bat Vogel, die Fragen an Reuland in einer späteren Anhörung zu stellen. Heute ginge es nur um die gemachten Aussagen von Reuland.

Ohne Zeitlimit

Reuland hörte auch am dritten Tag der Lesestunde aufmerksam zu. Immer wieder machte er sich bei wichtigen Passagen schriftliche Notizen. Ab Montag bekommt Reuland Zeit, seine Aussagen in einem separaten Raum zu prüfen. Ein Zeitlimit dafür wurde ihm nicht gegeben.

Im Hintergrund der Vorlesung der Aussagen von Pierre Reuland gab es eine angeregte Unterhaltung bei der Verteidigung. Gaston Vogel und Lydie Lorang steckten mehrmals die Köpfe intensiv zusammen.

DNA-Proben

Wie am Mittwoch bekannt wurde, haben Familienangehörige von Andeas Kramer laut Staatsanwaltschaft grünes Licht gegeben, um von einem Schriftstück von Johannes Kramer Proben zu entnehmen.

Sie sollen mit einem Brief von Jos Steil verglichen werden. Darauf wurden DNA-Spuren von Johannes Kramer gefunden. Er soll laut seinem Sohn an den Anschlägen als deutscher Geheimdienstoffizier beteiligt gewesen sein.

«Katastrophe für Reuland»

«Seine Zukunft in der Affäre ist sicher. Pierre Reuland weiss viel, das ist mir jetzt klar», sagte Gaston Vogel in der Verhandlungspause. «Die Aussagen von Pierre Reuland sind eine Katastrophe für ihn», sagte Anwältin Lydie Lorang. «Der Bommeleeër-Prozess ist eine Katastrophe für die Institutionen und das Land», so die Anwältin weiter.

Am vergangenen Montag hatte das Gericht damit begonnen, Pierre Reuland seine vor der Sommerpause gemachten Zeugenaussagen vorzulesen. Dem Wunsch des ehemaligen Polizeichefs, die Niederschrift in Ruhe zuhause lesen zu können, hatte Richterin Sylvie Conter am vergangenen Montag nicht entsprochen.

Die vierte und letzte Lesung der Zeugenaussagen über Reuland ist für Donnerstag geplant.