Die DP will Steuergelder effizienter einsetzen heißt es im Wahlprogramm. Patrick Goldschmidt sagt im Interview mit Tageblatt-Journalist Claude Clemens am Donnerstag: «Wir müssen ganz klar die Ausgaben unter die Lupe nehmen, bevor wir über Steuererhöhung sprechen.» Er plädiert für weniger Ausgaben und sogar Steuererleichterungen.
Die geplante Erhöhung der TVA findet der DP-Politiker nicht notwendig. «Mit uns gehen keine Steuern hoch», sagt er vage, stattdessen solle man bei der Steuerpolitik für Familien selektiver vorgehen und auf andere Transfers zurückreifen. Goldschmidt spricht mit Sicht auf die LSAP beim Thema TVA-Erhöhung von einer sehr unsozialen Steuer.
Die Steuerpolitik müsse wirtschaftsfreundlicher werden. Reformen müssen her. Luxemburg galt als sicheres Land. Ausländische Firmen konnten auf Jahre planen. Als weniger Geld in der Kasse war, wurden verschiedene Steuern für Betriebe eingeführt, moniert der DP-Politiker. Das sei nicht gerecht und fördernd für den Standort Luxemurg. «Wir müssen ein gutes Bild im Ausland für interessierte Firmen bieten», sagt Goldschmidt. Er spricht von einem «freundlichen» Steuerbeitrag.
Bei der Besteuerung von Privathaushalten, fordert der DP-Politiker eine individuelle Steuer. Das Zusammenleben unter Lebenspartner habe sich geändert, hier müsse selektiv vorgegangen und sogar weniger Steuern eingefordert werden.
Guy Foetz ist Kandidat bei déi Lénk. Im Gespräch mit Tageblatt-Journalist Sascha Bremer lehnt er eine Erhöhung der Mehrwertsteuer für den Bürger klar ab. Zunächst müssten die großen Unternehmen in Luxemburg mehr Steuern zahlen. Er kritisiert, dass die große Steuerreform von 2001 den Staat jedes Jahr rund eine Milliarde Eruro kosten würde. Damals wurden vielleicht gute Entscheidungen zu einem richtigen Zeitpunkt getroffen. Allerdings muss heute anders gedacht und entschieden werden. Im Gegensatz zu unseren Nachbarländer zahlen Betriebe in Luxemburg wenig Steuern. Wir haben noch eine Lücke nach oben, sagt Foetz.
Der Finanzsektor in Luxemburg ist in Sachen Steuern Guy Foetz ein Dorn im Auge: Dieser Bereich muss wirtschaftlich weniger Gewicht bekommen. Daran muss man progressiv arbeiten. In den vergangenen 40 Jahren haben wir uns immer mehr vom Finanzsektor abhängig gemacht. Das erklärt auch, warum diese Leute so einen Druck aufbauen konnten, da sie den Staat regelrecht erpressen, kritisiert der Politiker von déi Lénk.
Guy Foetz fordert eine Re-Industrialisierung im Land und eine Förderung von heimischen Betrieben. Er kann unter anderem nicht verstehen, dass die Cargolux zum Spielball von anderen Konzernen wird. Schließlich habe der Staat 35 Prozent Anteil an der Luftfrachtgesellschaft.
Eine klare Ablehnung gibt es auch beim Thema TVA-Erhöhung. Diese indirekte Steuer belastet die Leute mit der kleinen Brieftasche. Er spricht von einer ungerechten Steuer. Er sieht stattdessen bei der direkten Steuer Spielraum nach oben. So könnte man unter anderem die Steuertabelle auf 50 Prozent «verlängern» und den Mittelstandsbuckel abbauen. Derzeit steht sie bei 40 Prozent. Reiche würden somit mehr zur Kasse gebeten werden. Auch bei den Einkommen durch Dividenden könnte der Staat mehr einziehen. 50 Prozent würden nicht besteuert, und wenn, dann nur mit 15 Prozent. Für Foetz sollte hier eine Steuer in Höhe von bis zu 25 Prozent greifen.
Auf Besuch am Freitag am Tageblatt-Stand: Yves Cruchten (12.30 Uhr), Sam Tanson (17.00 Uhr) und Frank Jost (18.00 Uhr). Thema: Wohnen in Luxemburg.
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