Donnerstag15. Januar 2026

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Ein eher positives Vorurteil

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Kaum ein gesellschaftliches Thema wird so emotional behandelt wie die Jagd. Der Beginn der Treibjagd und die Wahlkampagne erschien den Jägern ein guter Zeitpunkt, um sich zu Wort zu melden.

Der Bevölkerung den Puls fühlen, wollte die Fédération Saint-Hubert des Chasseurs du Grand-Duché de Luxembourg. Neun Fragen hat sie mit Hilfe der Ilres, an rund 500 Bürger aller Alterskategorien und aus allen Regionen des Landes gestellt.
Bewusst war die Umfrage im frühen Sommer durchgeführt worden, wenn die Waffen ruhen und das Wild geschont wird.

„Wie stehen Sie zu der Behauptung, dass eine korrekte Jagd ein wichtiger Beitrag zur Regulierung der Wildbestände und somit zur Artenvielfalt ist“, fragten die Jäger als Erstes. Sie ernteten bis zu 60 Prozent positive Antworten. Die ländlichen Regionen bejahten die Frage stärker als der städtisch geprägte Süden oder das Zentrum. Die jungen Leute zwischen 16 und 24 Jahren waren zurückhaltender als die älteren Generationen. Diese Tendenzen wurden in den weiteren Antworten bestätigt.
Zu zwei Dritteln bejaht wurde die Frage, ob eine nachhaltige und ressourcenschonende Jagd wertvolle Lebensmittel liefert, genau wie die Frage nach der biologischen Hochwertigkeit des Wildfleisches.

Politischer war die Frage über den Hirschbestand. Nach dem zweiten Weltkrieg war der Hirsch weitgehend aus unseren heimischen Wäldern verschwunden. Heute gibt es wieder 600 bis 700 Tiere, wovon jährlich etwa 270 geschossen werden dürfen. Auch damit hatten drei Viertel der Befragten kein Problem.

Den Puls gefühlt

Können Sie sich vorstellen, dass die Regulierung der Wildbestände von öffentlichen, vom Staat beauftragten Jägern vorgenommen wird, lautete die nächste Frage. Ein Drittel der Befragten konnte sich mit der Idee anfreunden, zwei Drittel waren dagegen. Genau so energisch widersetzen sie sich der Entscheidung, Damwild und Mufflon auszumerzen, weil sie ursprünglich nicht in unseren Gegenden ansässig waren. Eine Patt-Situation entstand hingegen bei der Frage nach der offiziellen und staatlich finanzierten Einführung von Wildarten wie Biber und Bisamratte. Nur eine knappe Mehrheit war dagegen.
Erklärungsbedürftig waren die Antworten auf die Frage nach der winterlichen Fütterung des Wildes, damit es nicht verhungert. Knapp 70 Prozent der Befragten konnten sich damit anfreunden, 27 Prozent wollten nichts davon wissen.

Je besser die Befragten ausgebildet waren, umso größer war die Skepsis. In den ländlichen Gegenden zeigten die Menschen mehr Verständnis für die Fütterung. Die Politik soll darüber nachdenken, forderten die Jäger, die bei sämtlichen Parteien vorgesprochen haben. Außer bei den Grünen fanden sie überall Verständnis.

Zahlen und Fakten

Mit einem Umsatz von rund 15 Millionen Euro – dazu gehören der Fleischverkauf, aber auch die Pacht der rund 600 Jagdlose sowie Waffen, Munitionen, Kleidung, Fahrzeuge oder Hunde – ist die Jagd ein nicht unbeachtlicher Wirtschaftsfaktor. Es gibt hierzulande rund 600 Jagdlose zwischen 76 und 1.100 ha. Jährlich werden etwa 8.000 Rehe, 5.000 Wildschweine und 270 Hirsche geschossen.

Die Höhe der jährlich anfallenden Wildschäden werden auf bis zu 800.000 Euro geschätzt, die alle von den Jägern getragen werden.