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Motive von Bach und Haydn

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Wissenschaftler haben verblüffende Gemeinsamkeiten zwischen wohlklingender Musik und dem Gesang eines im Amazonas-Gebiet lebenden Vogels entdeckt.

Der Flageolettzaunkönig singt in Intervallen, die auch die Grundlage der Tonarten in der abendländischen Musik sind, wie das Max-Planck-Institut für Ornithologie im bayerischen Seewiesen am Dienstag mitteilte. Demnach fanden die Musikwissenschaftlerin Emily Doolittle und der Biologe Henrik Brumm heraus, dass Flageolettzaunkönige häufig sogenannte perfekte Konsonanzen wie etwa Oktaven singen. Dies wirkt auf Menschen nicht nur sehr musikalisch, sondern wurde zuvor noch nie bei einer Tierart beobachtet.

Der Studie zufolge singt der Vogel Tonfolgen, die vom Menschen «als gut zueinander passend, ruhig und stabil klingend wahrgenommen» werden. Die Wissenschaftler fanden im Gesang der Flageolettzaunkönige nun Passagen, die geradezu verblüffende Ähnlichkeiten mit Motiven haben, die Johann Sebastian Bach und Joseph Haydn in ihren Kompositionen verwandten.

Klänge wie eine Tonleiter

«Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Flageolettzaunkönig in einer bestimmten Tonart singt, so wie es ein Mensch tun würde» erklärte Doolittle. Die Vorliebe der Vögel für perfekte Intervalle führe dazu, dass die aufeinanderfolgenden Töne seines Gesangs auf Menschen den Eindruck erweckten, «als ob sie einer Tonleiter folgen».

Brumm zufolge erklären die Befunde, warum der Vogel eine so eine prominente Rolle in der Mytholgie und Kunst Südamerikas spielt. Dies bedeute aber nicht, dass Vogelgesang generell wie menschliche Musik aufgebaut sei: «Es gibt ungefähr 4000 verschiedene Singvogelarten und jede hat ihre eigene Art zu singen, einige sind dabei geradezu unmusikalisch», erklärte der Forscher.