Donnerstag15. Januar 2026

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Luxemburg bekommt seine Tram

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LUXEMBURG – Das ehrgeizige Tram-Projekt ist vom Infrastrukturminister im Parlament deponiert worden. Es soll vom neuen Parlament angenommen werden. Das Projekt wird in drei Phasen realisiert.

Die Schaffung einer Tram in der Hauptstadt sei notwendig, heißt es im „Exposé des motifs“ des Gesetzentwurfs. Der Bevölkerungszuwachs hätte eine Erhöhung der Nachfrage des öffentlichen Transports in Luxemburg-Stadt mit sich gebracht, welche die Busse alleine nicht mehr bewältigen könnten. Die „MoDu“-Strategie der Regierung für einen nachhaltigen Transport (MoDu)in ganz Luxemburg sieht eine engere Vernetzung der verschiedenen öffentlichen Verkehrsmittel (Bus, Bahn, Tram) vor. In diesem Zusammenhang spiele die Tram eine wichtige Rolle.

Das Tram-Projekt wurde im Koalitionsvertrag von 2004 festgeschrieben. Ein Jahr danach wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, welche die Verwirklichung der Tram ausarbeiten sollte. Sie hat ihren Bericht 2006 vorgestellt. 2007 wurde der „Groupement d’intérêt économique“ Luxtram ins Leben gerufen. Es soll sich um die weitere Planung und die Verwirklichung der Tram kümmern. Seitdem wurde am Projekt gefeilt und die definitive Streckenführung festgelegt. Jetzt, kurz vor den Wahlen, wurde der Gesetzentwurf im Parlament deponiert.

Mehrere Bau-Phasen

Die Tram soll in mehreren Phasen realisiert werden. Zuerst wird der hauptstädtische Bahnhof mit der Luxexpo auf Kirchberg auf einer Länge von 7,5 Kilometern miteinander verbunden. Auf der Strecke sind 15 Haltestellen geplant. Sie sollen etwa 500 Meter voneinander entfernt liegen. Danach wird die Tramlinie zwischen dem Kirchberg und dem Flughafen verlängert. Auf einer Länge von vier Kilometern sind zwei Haltestellen geplant. Die Arbeiten sollen 2014 beginnen und 2017 abgeschlossen sein.

Dann sollen bis 2030 zwei weitere Linien entstehen. Eine führt nach Howald, in den Ban de Gasperich und auf die Cloche d’Or. Die andere Verlängerung wird die Porte de Hollerich mit dem Stadtzentrum und dem Flughafen verbinden.

Danach ist der Bau von weiteren Linien vorgesehen. Sie sollen von der Place de l’Etoile, entlang der Route d’Arlon, von der Porte de Hollerich bis nach Bartringen und von der Cloche d’Or in Richtung Leudelingen führen.

Die Tram soll auf einer eigenen Spur fahren. Der andere Straßenverkehr ist auf dieser Spur verboten. Eine Ausnahme bilden aber die Fahrzeuge, die an Kreuzungen die Tramspur überqueren müssen.

«Garage» für 60 Tramwagen

Im Projekt ist auch der Bau einer Wartungsanlage mit einem Abstellgleis geplant. Es soll bei Niederanven auf einem 3 Hektar großen Gelände am östlichen Ende des Kirchberg-Plateaus entstehen. Auf dem überdachten Abstellgleis wird Platz für 36 Tramwagen sein, in Atelier sollen sogar bis zu 60 Tramwagen unterkommen. Die Tramwagen werden eine Länge von 32 Metern haben. Jeder Wagen soll 225 Personen aufnehmen können. Die Kapazität eines Tram-Gespanns liegt bei etwa 450 Passagieren. In den Wagen sind auch Plätze für Fahrräder vorgesehen. In Spitzenzeiten soll die Tram fast 10.000 Personen transportieren.

Die Tram soll im Fünfminutentakt die Haltestellen miteinander verbinden. Die Tram wird mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern unterwegs sein, heißt es. Durch die Tram werden die Buslinien in der Hauptstadt abgeändert. Dort wo die Tram fährt, werden dann keine Busse mehr zirkulieren. Der Zugang zu den öffentlichen Parkplätzen und Parkhäusern wird indes nicht verändert.

Fast 346 Millionen Euro teuer

Im Gesetzentwurf sind dann auch alle Modalitäten des Trambaus aufgeführt. Die Belästigungen (Lärm, Vibrationen …) und Umweltbeeinträchtigungen sollen auf ein Minimum reduziert werden, so der Wille der Regierung. Deshalb habe man im Vorfeld der Ausarbeitung der Streckenführung mit allen betroffenen Anrainern gesprochen.

Die Gesamtausgaben für die neue Tram belaufen sich ohne Mehrwertsteuer auf 345.780.000 Euro. Davon werden 17.359.000 Euro für Studien und Analysen ausgegeben und 308.830.000 für den eigentlichen Bau. 19.591.000 Euro sind für „unvorhersehbare Probleme veranschlagt worden. Der Staat übernimmt zwei Drittel der Kosten, die Gemeinde ein Drittel. Dieselbe Kostenaufteilung wurde für die jährlichen Funktionskosten entschieden. Ein Privatunternehmen wird die Tram betreiben. Für Luxtram stehen 4 Millionen Euro pro Jahr zu Buche, für den Tram-Betrieb 18 Millionen.