Im Bommeleeër-Prozess am Mittwoch steht Ex-Srel-Agent Armand Kaudé im Zeugenstand. Hintergrund ist das Attentat am 19. Oktober 1985 auf den Justizpalast. Was weiß der Ex-Geheimdienstler Kaudé über die Observation Geiben? Observationsleiter Armand Kaudé machte vor Gericht einen offenen und aufgeweckten Eindruck. Er verfügt über ein großes Detailwissen. Laut Armand Kaudé wurde Ben Geiben nur einmal observiert. Durch einen nächtlichen Anruf habe Pierre Reuland die Observation von Geiben im Hotel Holiday Inn abgebrochen. Reuland bestreitet, dass er angerufen habe. Kaudé über Reuland: «Er lügt nicht, sagt aber auch nicht die Wahrheit».
Kaudé schrieb nach der «Observation Geiben» einen Bericht in dem er zahlreiche Verdachtsmomente aufzählte. Dieses Wissen blieb allerdings Jahrzehnte beim Geheimdienst liegen. Ein Dossier über Geiben soll es nicht gegeben haben. «Wir hatten keine Dossiers über die Bommeleeër, unser Wissen stammte aus der Zeitung. Wir haben über die Anschlagsserie Zeitungsberichte gesammelt», so Kaudé am Mittwoch vor Gericht.
Kleiner Dienst
Der Ex-Geheimdienstler Kaudé behauptet, auf der richtigen Spur gewesen zu sein und bedauert, dass man Geiben nach der Explosion nicht gefasst und ausgequetscht habe. «Wurde der Srel bewusst abgezogen, damit vor dem Justizpalast eine Bombe explodiert», fragt Staatsanwalt Oswald. «Ich war extrem wütend, dass kurz nach Abzug meiner Truppe durch Reuland die Bombe explodierte», antwortet Kaudé.
«Wir waren damals nur eine kleine Truppe beim Srel. 33 Mann arbeiteten dort. Es war kalter Krieg. Wir hatten auch andere Operationen abzudecken. Unsere Mittel waren sehr begrenzt. Die Brigade Mobil war besser ausgerüstet als wir, verteidigt sich Kaudé vor Gericht.
Falscher Bart
Armand Kaudé kannte Ben Geiben persönlich. «Ich habe mir für die Observation extra die Haare scharz gefärbt und einen falschen Schnurrbart getragen,» erklärt er vor Gericht
Srel-Zuträger Johny Peschong hatte nicht viel vor Gericht vorzutragen. «Ich war nicht fest beim Geheimdienst. Arbeitete ab un zu für den Dienst bei Observationsaufgaben». Bei der «Observation Geiben» war Peschong dabei. Ich hatte ein Foto von Pierre Reuland, damit wir ihn identifizieren konnten. Meine Aufgabe war einfach: Beobachtung und mögliche Treffen mit weiteren Personen melden, so Peschong vor Gericht.
Zu Demaart
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