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CO2-Emissionen der Luftfahrt erneut gestiegen

CO2-Emissionen der Luftfahrt erneut gestiegen

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Das Gesamtbild sieht trübe aus: Insgesamt stiegen die CO2-Emissionen im Luftverkehr wegen höherer Passagierzahlen so stark wie in kaum einer anderen Industrie-Branche.

Die CO2-Emissionen in der Weltluftfahrt sind einem Klimaindex zufolge im vergangenen Jahr erneut stark gestiegen. Im Durchschnitt haben die Fluggesellschaften ihre CO2-Emissionen pro Passagier und Kilometer danach zwar um ein Prozent gesenkt. Da der Passagierluftverkehr jedoch zeitgleich um 6 Prozent zugenommen hat, sind die Emissionen um 5 Prozent gestiegen, wie die Organisation Atmosfair berichtete, die am Montag ihren jüngsten Airline-Klimaindex vorstellte.

«Die Luftfahrtindustrie lag damit über den weltweiten CO2-Wachstumsraten von jährlich etwa drei Prozent und wie andere Industrien nicht auf einem Pfad, der mit dem CO2-Klimaziel verträglich ist», kritisiert die in Berlin ansässige Organisation.

Tunesische Airline ist die umweltfreundlichste

Unter den untersuchten 180 größten Fluggesellschaften der Welt schneidet die junge tunesische Regionalfluggesellschaft Tunisair als Beste ab. Danach folgen die deutschen Airlines TUIfly und Condor Flugdienst. Die besten Werte in dem Index erreichen Airlines, die moderne und auch für die beflogenen Strecken geeignete Flugzeuge einsetzen, die viele Passagiere darin unterbringen und auch in Kabine und Frachtraum stets voll ausgelastet fliegen.

Inzwischen fliegen 14 der 180 Fluggesellschaften in der Effizienzklasse B. Das sind zwei Gesellschaften mehr als im letzten Jahr. Die Effizienzklasse A erreicht nach wie vor keine Fluggesellschaft.

China, Brasilien, Indien

Bei den großen Linienfluggesellschaften führen knapp Juneyao Aitlines aus China (Platz 7) vor TAM Linhas Aéreas aus Brasilien (Platz 8) und Air Berlin (Platz 12). Danach kommen Eva Airlines (China), Cathay Pacific (Hong Kong) und Jet Airways (Indien).

Die Luxemburger Luxair zählt nicht zu den 180 größten Fluggesellschaften der Welt und wurde somit nicht in der Studie berücksichtigt.

Erhebliche Unterschiede möglich

Die Organisation betont, dass die Unterschiede zwischen den Fluggesellschaften erheblich sein können. Brockhagen: «Der Treibstoffverbrauch pro Passagier und Kilometer kann auf derselben Strecke bei einer Fluggesellschaft mehr als doppelt so hoch sein wie derjenige einer anderen Fluggesellschaft.» Der Index zeige aber auch, dass es für ein klimafreundlicheres Fliegen unerheblich ist, ob die Airlines aus Industrie- oder Entwicklungsländern kämen. Die Statistiker von Atmosfair stützen sich ausschließlich auf Daten internationaler Organisationen und Datendienste der Luftfahrtbranche, nicht jedoch auf direkte Angaben der Fluggesellschaften.

Billigflieger werden in einer eigenen Kategoerie bewertet, da sie oft von Subventionen profitieren und diese über künstlich niedrige Ticketpreise in Flugkilometer und damit CO2-Emissionen umsetzen, die sonst nicht entstanden wären.