Montag12. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Singapur top – Luxemburg flop

Singapur top – Luxemburg flop

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Singapur soll laut einem Ranking der Weltbank Unternehmen die besten Voraussetzungen bieten. Luxemburg rutscht auf Rang 60 ab, hinter Botswana, Tonga und Bulgarien.

Singapur erneut auf Platz eins, Luxemburg auf Rang 60 und der Tschad ganz am Ende: Die Weltbank hat am Montag ihr jährliches Geschäftsklima-Ranking für kleine und mittlere Unternehmen in 189 Ländern dieser Welt veröffentlicht. Trotz heftiger Kritik vor allem aus China blieb die Weltbank bei ihren Kriterien und Methoden: Bewertet wurden zum Beispiel die Bedingungen für Unternehmensgründer und Kreditvergabe oder wie schnell Firmen eine Baugenehmigung oder Strom bekommen. Das Ranking gilt jedoch selbst innerhalb der Weltbank als umstritten.

Die Weltbank befragte für ihren Bericht «Doing Business 2014» rund 10.000 Experten. Auf den ersten fünf Plätzen landeten wie in den Vorjahren Singapur, Hongkong, Neuseeland, die USA und Dänemark. Luxemburg findet sich auf Platz 60 wieder. Im Vorjahr landete Luxemburg auf Platz 56. Demnach verschlechterte sich das Großherogtum um weitere vier Ränge. Gute Bewertungen für Luxemburg gibt es bei der Rubrik «Steuern bezahlen». Beim Kapitel «Vertragserfüllung» liegt Luxemburg sogar auf Rang 1. Sehr schlecht schneidet das Land bei der «Kreditvergabe» ab. Hier ist Luxemburg fast Schlusslicht.

«Abwegige Methoden»

China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, landet im diesjährigen Ranking auf Platz 96 – und rutschte damit im Vergleich zum Vorjahr sogar noch um fünf Plätze nach hinten. Im vergangenen Jahr hatte die Volksrepublik bereits gewarnt, die Liste könne «den Ruf der Weltbank ruinieren». Der Vize-Vertreter des Landes bei der Weltbank, Bin Han, hatte Ende 2012 kritisiert, die Weltbank wende «abwegige Methoden» an, der Bericht spiegele nicht die Tatsachen wider. Die Verbesserungen für Unternehmen in China etwa würden «kaum» berücksichtigt.

Aber auch Frankreich – in diesem Jahr von Platz 34 auf 38 abgerutscht – äußert sich immer wieder «verblüfft» über den Report. Und selbst innerhalb des Hauses werden kritische Stimmen laut: «Das ist ein Bericht von sehr schlechter Qualität», sagte ein Mitarbeiter der Weltbank der Nachrichtenagentur AFP. «Da werden Sachen zusammengefasst, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Da wird der Bereich der Wirtschaft verlassen.»

Auch für Luxemburg ist das Resultat keineswegs positiv. Somit landet das Großherzogtum auf Rang 60, hinter Botswana, Tonga und Bulgarien. Unsere Nachbarländer liegen allesamt weit vor Luxemburg. Belgien kommt auf Rang 36, Frankreich auf 38, Deutschland auf 21. Aber auch die Schweiz (29), die Niederlande (28) und Österreich (30) liegen weit vor Luxemburg.

«Erfolgsrezept»

Weltbank-Chef Jim Young Kim, seit 2012 im Amt, hatte eine externe Überprüfung angeordnet, deren Ergebnis im Juni veröffentlicht wurde. Demnach hat «Doing Business» methodische Schwächen, die Länderreihenfolge wird als nicht empfehlenswert erachtet. Kim ordnete zwar Änderungen an, am Ranking selbst hielt er aber fest – es sei das «Erfolgsrezept» des jährlichen Berichts.

Tatsächlich sind einige Ergebnisse fragwürdig. Haiti etwa, eines der ärmsten Länder der Welt, landet beim Kriterium des Zugangs zu Elektrizität auf Platz 67 – Kanada auf Platz 145. Beim Kriterium Schutz von Investoren steht Sierra Leone auf Platz 22, die Schweiz auf Platz 170.

Die Weltbank verteidigt sich damit, dass ihre Einschätzung nicht die Attraktivität eines Landes für Unternehmen oder seine wirtschaftliche Dynamik widerspiegle. «Es ist nur ein begrenzter Einblick in einen Teil der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes», sagte Weltbank-Analyst Augusto Lopez-Claro am Montag während einer Telefonkonferenz. Das Ranking diene dazu, die besten Praktiken aufzuzeigen, und solle Länder zu Reformen ermuntern.