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Dorf sieht nun auch im Winter die Sonne

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Freude in Rjukan: Das kleine Dorf in den Bergen Norwegens sieht nun auch im winter wieder Sonnenlicht - dank Reflektoren, die das Licht ins Tal umlenken.

Für das norwegische Dorf Rjukan hat das Schattendasein ein Ende: Dank riesiger Spiegel kann nun auch im Winter Sonnenlicht in das von Bergen eingeschlossene Dorf scheinen. Bisher sahen die 3500 Einwohner des südnorwegischen Ortes von September bis März keine Sonne.

Mit Sonnenbrillen ausgerüstet starrten die Bewohner bei der Einweihungsfeier auf die Riesenspiegel und warteten auf die ersten Strahlen – die sich schließlich vorsichtig zeigten. «Eine hundert Jahre alte Idee ist heute Wirklichkeit geworden», sagte Bürgermeister Steinar Bergsland. Rjukan sei «ein Ort, in dem das Unmögliche möglich wird».

Industriestandort

Die Idee mit den Spiegeln war zur Blütezeit des Dorfes entstanden. Rjukan, das im Jahr 1900 noch eine Ansammlung von Bauernhöfen mit 300 Einwohnern war, entwickelte sich bis 1913 zu einem Industriestandort mit 10.000 Menschen. Der Industrielle Sam Eyde, Gründer der Firma Norsk Hydro, hatte die Idee, Sonnenlicht ins Tal zu reflektieren, ihm fehlten aber die nötigen Mittel.

Vor zehn Jahren griff der Künstler Martin Andersen die Idee wieder auf. Zunächst gab es im Ort Vorbehalte gegen die öffentliche Finanzierung des fünf Millionen Kronen (610.000 Euro) teuren Projekts. 80 Prozent der Kosten wurden schließlich durch Sponsoren getragen.

Die drei Spiegel sind jeweils 17 Quadratmeter groß. Ein Computer steuert sie, damit sie dem Sonnenlicht folgen können. Zusammen formen sie eine 600 Quadratmeter große Lichtellipse, etwa die Größe von drei Tennisplätzen, die auf den Marktplatz strahlt.