Freitag16. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Verdächtige Personen – auch Scheer?

Verdächtige Personen – auch Scheer?

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

LUXEMBURG - Ein Zeuge sah verdächtige Gestalten und einen Sportwagen vor dem Attentat auf den Justizpalast im Oktober 1985. Unter den Verdächtigen erkannte er am Montag den Angeklagten Marc Scheer.

Eingangs des Verhandlungstages trat ein Augenzeuge vor das Gericht. Er war bei der Detonation der Bombe im Justizpalast in der Nähe und hatte einige verdächtige Personen vor dem Attentat beobachtet. Handelt es sich um die Täter? Der Zeuge kann diese Frage nicht eindeutig beantworten. Für ihn steht aber fest, dass sie etwas mit der Detonation zu tun gehabt haben. An das Gesicht des damaligen Hauptverdächtigen Ben Geiben kann der Zeuge sich aber nicht genau erinnern. Es gab aber noch weitere auffällige Personen, darunter ein angeblich sehr gepflegter und gutaussehender junger Mann. Der Zeuge glaubt des Weiteren auf einem Foto den ehemaligen BMG-Mitarbeiter Reuter wiederzuerkennen.

Logo" class="infobox_img" />Einer der Angeklagten, Marc Scheer, soll in der Nähe des Tatorts vor dem Anschlag auf das Justizgebäude gesehen worden sein. (Tageblatt-Archiv)

Er suchte auch das Gespäch mit Großherzog Jean, den er aus Paris kannte. Der Luxemburger Staatschef war angeblich sehr an der Erzählung des Zeugen interessiert.

Für Furore sorgte dann weiter das Durchblättern der Fotoordner der Tatverdächtigen. Denn auf einmal wollte der Zeuge einen der Hauptangeklagten des Prozesses, Marc Scheer, auf einem Foto wiedererkannt haben. Erstaunen bei der zuvor noch zuversichtlichen Verteidigung. Marc Scheer dementiert aufs Heftigste. Das Gericht hält dennoch schriftlich fest, dass der Zeuge Marc Scheer als einen der Tätverdächtigen beim Justizpalast wiedererkannt haben will.

Während des Attentats im Hotel

Pierre Spielmann, der Lebensgefährte des Hauptverdächtigen Ben Geiben gab im Zeugenstand an, das Attentat zusammen in einem Hotel erlebt zu haben. Der Student traf sich damals alle zwei Wochen im Geheimen mit Geiben.

Über den Verdacht gegen seinen Partner weiß er nichts. Man habe damals nie darüber geredet, so Spielmann. Auch über die Observierung Geibens sei nicht groß gesprochen worden. Sicher, Ben Geiben hätte sich die Frage gestellt, ob die «Brigade Mobile» nichts mit den Anschlägen zu tun habe. Namen wurden dabei aber nie genannt. Es sei eine surrealistische Situation gewesen, so Spielmann. Von der Staatsanwaltschaft direkt gefragt sagte der Zeuge, er wisse nicht wer die Bommeleeër seien. Er dementiert auch, dass er und Geiben Kontakte zum Geheimdienst hatten. Am Dienstag ist es an der Reihe von Ben Geiben erneut auszusagen.