Ein mysteriöser Fund von menschlichen Knochen gibt den Ermittlern in Südfrankreich Rätsel auf: Im Meer vor dem Feriensort Antibes hatten ein Taucher und die Polizei vergangenen Februar die Knochen von insgesamt vier Menschen gefunden. Darunter lag ein Schädel mit der Aufschrift «Tod den Pädophilen».
Es handelt sich nach seinen Worten um die Knochen von zwei Frauen und zwei Männern. Auf dem männlichen Schädel hatte jemand mit wassserfestem Filzstift «mort aux pédophiles» (Tod den Pädophilen) geschrieben.
«Wir stehen vor einer Reihe von Rätseln», sagte der Staatsanwalt von Grasse, Georges Gutierrez. Es müsse jetzt herausgefunden werden, wem die Knochen gehörten und ob die Menschen absichtlich getötet wurden.
Davon geht die Polizei offenbar aus: Die Staatsanwaltschaft von Grasse eröffnete heute trotz fehlender Erkenntnisse eine Untersuchung unter anderem wegen «Entführung» und «vorsätzlicher Tötung».
Kurz vor 18. Geburtstag verschwunden
Der Fund wird noch mysteriöser: Inzwischen ist nämlich klar, dass einer der Knochen von einem jungen Mann stammt, der seit rund 20 Jahren vermisst wurde.
Am 11. Februar 1994, kurz vor seinem 18. Geburtstag, war der aus einem Ort im Grossraum Paris stammende Stéphane Hirson spurlos verschwunden. Ein DNA-Abgleich erbrachte nun, dass ein gefundener Oberarmknochen von ihm stammte. Die Ermittler waren jahrelang davon ausgegangen, dass der junge Mann weggelaufen war.
Hirson war damals «ohne Geld und ohne Ausweis» aus dem Haus gegangen, behaupten Angehörige des Vermissten gegenüber dem Nachrichtensender TF1. Er habe einen Kollegen treffen wollen, sei beim Treffpunkt aber nie angekommen.
Zu Demaart
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