Die US-Regierung hat den Zusammenschluss von American Airlines und US Airways zur weltgrößten Fluggesellschaft unter Auflagen gebilligt. Beide Unternehmen hätten sich zum Verzicht auf Start- und Landerechte an sieben großen Flughäfen bereit erklärt, teilte das Justizministerium in Washington am Dienstag mit. Mit der Abgabe dieser sogenannten Slots an Billigflieger soll der Wettbewerb im Luftverkehr in den USA weiter gewährleistet werden.
American Airlines und US Airways hatten ihre elf Milliarden Dollar (8,2 Milliarden Euro) schweren Fusionspläne im Februar verkündet. Gemeinsam würden die Airlines nach Passagierzahlen die größte Fluggesellschaft der Welt bilden. Im August strengten das US-Justizministerium und mehrere Bundesstaaten aber eine Wettbewerbsklage an. Sie befürchteten, dass der Zusammenschluss zu Preiserhöhungen für Fluggäste und einem schlechteren Service führen würde. Der Prozess sollte Ende November beginnen. Mit dem nun geschlossenen Vergleich, der noch von einem Gericht bestätigt werden muss, ist die Klage vom Tisch.
Die American-Muttergesellschaft AMR und US Airways verzichten den Angaben zufolge auf Start- und Landerechte an den Flughäfen von Boston, Chicago, Dallas, Los Angeles und Miami. Außerdem geben beiden Airlines Slots und Flugsteige am New Yorker Inlandsflughafen LaGuardia sowie am Inlandsflughafen Reagan National der Hauptstadt Washington ab.
Luftfahrtbranche umzuwälzen
US-Justizminister Eric Holder erklärte, die Fusion habe das Potenzial, die Landschaft in der Luftfahrtbranche umzuwälzen. «Der Vergleich sichert Passagieren mehr Wettbewerb bei Direkt- und Anschlussflügen im ganzen Land, indem Billigfluglinien an Schlüsselflughäfen der USA besser Fuß fassen können», ergänzte Holder.
Beide Unternehmen erhoffen sich durch den Zusammenschluss Einsparungen von mehr als einer Milliarde Dollar. Für den American-Mutterkonzern AMR ist die Fusion mit US Airways zugleich der Ausweg aus dem seit Ende 2011 laufenden Insolvenzverfahren. Gläubiger und Aktionäre hatten bereits grünes Licht gegeben, auch die EU-Kommission stimmte im Sommer unter Auflagen zu. Beide Unternehmen teilten mit, den Deal im Dezember abschließen zu wollen. Die neue Fluggesellschaft soll unter dem Namen American Airlines firmieren.
Neues Unternehmen
«Das ist ein wichtiger Tag für unsere Kunden, unsere Mitarbeiter und unsere Aktionäre», erklärte American-Chef Tom Horton, der im neuen Unternehmen an die Spitze des Verwaltungsrats rücken soll. US Airways-Chef Doug Parker, der die fusionierte Airline leiten soll, teilte mit: «Wir sind erfreut, diese Klage hinter uns gelassen zu haben und freuen uns, gemeinsam das neue American Airlines aufzubauen.» Die Umsätze von American Airlines und US Airways beliefen sich vergangenes Jahr auf zusammen 38,7 Milliarden Dollar.
Das Gemeinschaftsunternehmen würde sich an den US-Konkurrenten United und Delta vorbei schieben, die selbst Zusammenschlüsse mit Continental beziehungsweise Northwest hinter sich haben. Die Megafusion wirkt sich auch auf die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa aus, die bislang mit US Airways im Luftfahrtbündnis Star Alliance zusammenarbeitet. American Airlines gehört dagegen zu dem Bündnis Oneworld, zu dem unter anderem auch Air Berlin zählt. Die neue Gemeinschafts-Airline will sich Anfang 2014 Oneworld anschließen.
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