Der Preisdruck im Euroraum wird nach Überzeugung von Ökonomen bis mindestens 2015 gering bleiben. Bei einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) senkten die 54 Experten ihre Prognosen für die Teuerung in den kommenden Jahren. Sie erwarten nun im laufenden Jahr eine Inflationsrate von 1,4 Prozent, und nur einen leichten Anstieg auf 1,5 Prozent 2014 und auf 1,6 Prozent 2015.
Im Oktober war die Inflation im Euroraum auf 0,7 Prozent gefallen. Damit entfernte sie sich weit von der Marke von knapp unter 2,0 Prozent, bei der die EZB Preisstabilität gewahrt sieht. Daraufhin senkte die Notenbank den Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent.
Wirtschaft schrumpft weniger schnell
Gleichzeitig blicken die Ökonomen wieder etwas optimistischer auf die Konjunktur im Währungsraum. Wie die Notenbank in ihrem Monatsbericht mitteilte, dürfte die Wirtschaft demnach im laufenden Jahr um 0,4 Prozent schrumpfen. Bei der letzten Umfrage im August war ein Minus von 0,6 Prozent erwartet worden. 2014 erwarten die Experten nun ein Wachstum von 1,0 Prozent (bisher: 0,9 Prozent), bevor die Wirtschaftsleistung 2015 mit plus 1,5 Prozent etwas kräftiger zulegen soll.
Hauptgrund für die Aufwärtskorrektur für das laufende Jahr sei das überraschend starke zweite Quartal. Im Frühjahr war der Euroraum verglichen mit dem Vorquartal um 0,3 Prozent gewachsen – das war das erste Plus nach sechs Quartalen. Damit hat die Eurozone die längste Rezession ihrer Geschichte überwunden. Insgesamt werde das BIP-Wachstum im Euroraum aber moderat bleiben.
Zu Demaart
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