Paula Bujia ist Expertin für Rohstoffe, aber eine besondere. Sie interessiert sich für Gold oder Silber. Ihr Herz aber hängt am Gold. „Im Augenblick ist Gold etwas aus der Mode gekommen“, gibt sie zu. Die Erklärung: „Der Wirtschaft geht es gut. Der Dollar ist stark. Es gibt keine Inflation mehr. Die Aktienmärkte kennen derzeit nur den Weg nach oben. Das ist kein Umfeld, um jetzt noch Gold zu kaufen.“ Und doch: „In ein Depot gehören um die fünf Prozent Gold, zumal derzeit der Preis günstig ist“, sagt sie. Dabei ist durchaus unklar, was ein fairer oder günstiger preis ist. Paula Bujia definiert das auch nicht aber: „Es hat elf Bullenjahre für Gold gegeben. Der Goldpreis stieg von 250 Dollar pro Unze auf 1.990 Dollar pro Unze und liegt nun bei 1.275 Dollar pro Unze. Was ist da ein fairer Preis. Im Vergleich zum Allzeithoch, ist der Gold preis günstig.“ Das aber nur, wenn man, wie die Rohstoff-Analystin, daran glaubt, dass Gold eine Zukunft hat.
" class="infobox_img" />Paula Bujia, Expertin für Rohstoffe bei Schroders. (Schroders)
Die junge Dame ist in diesem Punkt etwas anderer Meinung als der Volkswirt von Schroders, Azad Zangana. Der ist der Meinung, dass die Zeiten in den wichtigsten Volkswirtschaften der Welt auf Erholung stehen, dass die Erholung nachhaltig erfolgt. Paula Bujia meint hingegen, dass insbesondere die Situation in den USA durchaus noch eine Reihe von Risiken in sich birgt. Gold ist die Währung für den Krisenfall. Und der kann angesichts der hohen Schulden und auch der Auseinandersetzungen zwischen Präsident und Kongress um den Haushalt und die Schuldenklippe schneller eintreten. Deshalb ist die Analystin davon überzeugt, dass der Goldpreis wieder steigen wird. Und deshalb meint sie, dass man je nach Spekulationsfreude auch bis zu 20 Prozent in sein Depot legen kann.
Der private Verbrauch zählt
Der Goldpreis ist stark abhängig von dem privaten Verbrauch. Die größten Verbraucher sind Juweliere und Schmuckdesigner. Das größte Verbraucherland ist Indien, in diesem jahr allerdings von China entthrohnt. Abgestürzt ist der Preis, weil Indien die Einfuhr limitierte. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Im dritten Vierteljahr 2013 lag die Nachfrage nach Gold bei 869 Tonnen, teilt das „World Gold Council“ mit. Das sind 21 Prozent weniger als ein Jahr zuvor zur selben Zeit und die geringste Nachfrage seit 2009. „Es ist richtig, dass sich der Wind im Markt gedreht hat“, sagt Frau Bujia. „Aber das heißt nicht, dass der Weg weiter nach unten führen muss“, fügt sie an und verteidigt das von ihr geliebte Edelmetall. Der Welt-Gold-Rat ist da anderer Meinung. „Es sieht nicht so aus, als ob man noch dieselben Gewinne mit Gold machen kann, wie in den vergangenen 13 Jahren“, lässt er in der «Financial Times» verlauten.
Und dann lassen die Weisen des Goldes doch noch eine Hintertür offen, die auch die Schroders Analystin so sieht. „Wenn die Zentralbanken vorsichtig bleiben, dann könnte das doch positiv für den Goldmarkt sein“, schreiben sie orakelhaft. Paula Bujia sieht das entschiedener: „Ich glaube nicht, dass der Goldboom vorüber ist. Gold muss man langfristig sehen. Die Leute sehen derzeit keine Gefahr, deswegen wollen sie kein Gold. Aber ich meine, dass das im Hintergrund schon Gefahren wie eine neue Hypothekenblase lauern, die Gold wieder attraktiv werden lassen.“ Da ist sie eben nicht einer Meinung mit dem Schroders Volkswirt Zangana und vertritt dann auch klar ihre Interessen als Edelmetall-Analystin.
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