Junge Talente unterstützen, indem man ihren Horizont dadurch erweitert, dass sie in einem fremden Land arbeiten können und ihnen erlaubt, sich mit anderen Nachwuchstalenten zu vernetzen. Das sind die erklärten Ziele des «Edward Steichen Award Luxembourg», der alle zwei Jahre jungen Künstlern zwischen 25 und 35 Jahren unter die Arme greift. Sechs Monate lang dürfen sie auf Kosten der Stiftung in New York wohnen und arbeiten, wo sie Gäste des «International Studio and Curatorial Program» sind. Es handelt sich hier um eine einmalige Einrichtung für junge Künstler oder Kuratoren.
Der Preis wird zwar in Luxemburg vergeben, es ist jedoch eine internationale Jury, die die Künstler auswählt. Für den Award saßen neben der Direktorin des hauptstädtischen Museums, Danièle Wagener, der Schweizer Thomas Seeling von Fotomuseum Winterthur, die Französin Florence Derieux vom Frac Champagne-Ardenne und der Belgier Bart de Baere vom Antwerpener Kunstmuseum im Gremium. Sie kürten Sophie Jung. Die umtriebige 31-Jährige wurde zwar in Luxemburg geboren, studierte jedoch in Essen und in der Schweiz, wo sie zum Teil auch lebt. Sie greift für ihre Arbeiten auf eine ganze Reihe von Techniken zurück, um auf Videos, Skulpturen, Texte, Fotos und Installationen ihre Eindrücke festzuhalten. Sie habe stets viele Geschichten zu erzählen und wolle mit ihrer Kunst diesen eine gewisse Dauer geben, sagt sie über ihr Werk.
Seit 2004
Jeff Desom, der Preisträger des 2011 erstmals verliehenen «Edward Steichen Luxembourg Resident in New York», lebt in Luxemburg. Er schreibt das Drehbuch zu den Geschichten, die er filmisch in Szene setzt. «Ein Virtuose des Bildes», wird der 29-Jährige genannt. Seit 2006 nimmt er regelmäßig in Luxemburg, in Deutschland und den USA an Filmfestspielen teil. Er darf jetzt für vier Monate in die Künstlerresidenz ISCP nach New York ziehen.
Desom war von Robert Garcia, dem Direktor der «Carré Rotondes» für den Preis vorgeschlagen worden, die Entscheidung trafen der Schweizer Historiker und Kunstkritiker Jean-Christophe Ammann, Roxana Marcoci vom New Yorker MoMa und Kevin Mühlen, Direktor des Casinos.
Der «Edward Steichen Award Luxembourg» wurde 2004 zum 125. Jahrestag der gegründet und versteht sich als Hommage an den 1879 in Luxemburg geborenen Photographen, der in den USA Karriere machte, seine Sammlungen jedoch seinem Geburtsland Luxemburg schenkte. Die im Rahmen von «Bitter Years» von ihm gesammelten Werke haben im Düdelinger Wasserturm eine spektakuläre neue Heimat gefunden. Für die „Family of Man“ wurden die Räumlichkeiten des Clerfer Schlosses umgebaut.
Präsident der Stiftung ist Hubert Wurth, Großherzogin Maria Teresa hat die Schirmherrschaft übernommen.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können