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Großbanken sollen schrumpfen

Großbanken sollen schrumpfen

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Die künftige US-Notenbankchefin Janet Yellen will Großbanken härter an die Kandare nehmen. Diese großen und stark vernetzten Institute bedrohten das Finanzsystem, warnte Yellen gestern vor dem Bankenausschuss des Senats.

Wir sollten ihnen den Wettbewerb erschweren und sie animieren, kleiner und weniger systemisch zu werden.“ Die US-Notenbank Fed erwägt demnach zusätzliche Regeln, etwa neue Anforderungen für den Handel mit physischen Rohstoffen.
Damit geht die Zentralbank der Vereinigten Staaten über die Gesetze zum Umbau des Finanzsystems hinaus, mit denen sich die USA gegen eine neue Finanzkrise wappnen.

Weil die Regierung in Zukunft Banken nicht mehr mit Steuergeldern retten will, hat die Rating-Agentur Moody’s bereits vier großen Instituten eine schlechtere Bonitätsnote verpasst. Die Kreditexperten stuften die Bewertung von Morgan Stanley, JPMorgan Chase, Goldman Sachs und Bank of New York Mellon um jeweils einen Schritt herunter.

Deutliche Fortschritte

Die Behörden hätten deutliche Fortschritte bei ihren Bemühungen gemacht, staatlichen Rettungsaktionen in Zukunft aus dem Weg zu gehen, erklärte Moody’s zur Begründung. Deshalb sei es nun wahrscheinlicher geworden, dass die Gläubiger der Institute im Notfall zur Kasse gebeten würden.

Kritiker der Großbanken befürchten, dass diese wegen ihrer schieren Größe und globalen Vernetzung das gesamte Finanzsystem ins Wanken bringen, falls sie in Schieflage geraten. Die Lehman-Pleite vor mehr als fünf Jahren gilt ihnen als abschreckendes Beispiel.

Moody’s senkt Bonitätsnote

Im US-Kongress sind daher bereits Gesetzesinitiativen auf den Weg gebracht worden, die Großbanken zum Schrumpfen zwingen sollen. Einer der Initiatoren ist der demokratische Senator Sherrod Brown. Derzeit gingen die Märkte jedoch noch davon aus, dass der Staat die Institute in einer Notlage herauspauke, wie Yellen vor dem Bankenausschuss betonte. Dies könne den großen Wall-Street-Banken einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil gegenüber kleineren Banken verschaffen.

Die großen Geldhäuser könnten sich wegen dieser Effekte noch immer billiger Geld leihen als kleinere Wettbewerber, erklärte Yellen, die ab Februar 2014 das Erbe von Fed-Chef Ben Bernanke antreten soll. Konkret könnte die Fed beim Rohstoffhandel der Banken ansetzen: Die Fed erlaubte den Instituten erst 2003 den Einstieg in dieses Geschäft. Dies führte dazu, dass einige Banken im Besitz von Öl-Speichern, Lagerhäusern oder Kraftwerken sind.

Derzeit überprüft die Fed diese Entscheidung, nachdem Kritiker den Banken Preismanipulationen vorgeworfen hatten. Die USA haben 2010 als Reaktion auf die Finanzkrise den sogenannten „Dodd-Frank-Act“ auf den Weg gebracht, mit dem die Finanzbranche grundlegend umgebaut werden soll. Unter anderem sollen die Märkte für Derivate und Hypotheken-Darlehen strenger kontrolliert werden.
Die US-Regulierer hinken jedoch bei der Umsetzung der geplanten Reform hinterher, die aus Hunderten neuer Regeln besteht.