Samstag31. Januar 2026

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«Die andere Heimat»

«Die andere Heimat»

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Zu einem außergewöhnlichen Filmmarathon lädt das „Institut Pierre Werner“ am kommenden Mittwoch, 8. Januar, um 18.30 Uhr ins Utopia ein. Der fast vierstündige Film von Edgar Reitz „Die andere Heimat“ in Kooperation mit dem Utopia wird erstmalig in Luxemburg gezeigt.

Der Regisseur wird den Film im Gespräch mit dem Luxemburger Schriftsteller Guy Helminger vorstellen und die Bücher zum Film signieren. Edgar Reitz, geboren 1932 in Morbach im Hunsrück, wurde durch die Film-Trilogie „Heimat“ weltberühmt. Darin verfolgte er die Geschichte der Familie Simon aus dem Hunsrück über Generationen hinweg, vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Jahrtausendwende. In seinem aktuellen Kinofilm „Die andere Heimat“ erzählt er die Vorgeschichte und schickt das Publikum auf eine Zeitreise mehr als 150 Jahre zurück.

Infos im Überblick:
Mittwoch, 8. Januar,
18.30 Uhr im Ciné Utopia,
16, avenue de la Faïencerie, Luxemburg-Limpertsberg
Informationen unter www.ipw.lu
Der Film wird in deutscher Fassung mit französischen UT gezeigt, er dauert 230 Min.
Das Gespräch im Anschluss ist in deutscher Sprache mit Simultanübersetzung ins Französische
Eintritt: 13 € / 11 €

Als in der Mitte des 19. Jahrhunderts Hungersnot, Armut und Willkürherrschaft die Menschen niederdrückten, sind Hunderttausende aus Europa ins ferne Brasilien ausgewandert. „Etwas Besseres als den Tod findet man überall“, das war ihre bittere Erkenntnis und ihre Hoffnung.
Vor dem Hintergrund dieses unvergessenen Dramas entfaltet Edgar Reitz die Chronik einer Sehnsucht: Wieder ist das fiktive Dorf Schabbach im Hunsrück Schauplatz und Universum zugleich.

«Gehen oder bleiben»

Im Zentrum der Geschichte stehen zwei Brüder der Familie Simon vor der alles entscheidenden Frage: gehen oder bleiben? „Die andere Heimat“ ist eine Spurensuche in die Vergangenheit, erzählt aber eine Auswanderer-Geschichte, die universell ist und auch heute Gültigkeit besitzt. Trotz seiner Länge (230 Minuten) verliert der Film nie an Spannung und beeindruckt durch eine fantastische Bildersprache. Dementsprechend begeisterte er sowohl Kritiker als auch das Publikum.

Der Stoff dürfte einigen Luxemburgern nicht unbekannt sein. Der luxemburgische Schriftsteller Guy Helminger erzählte in seinem Roman „Neubrasilien“ (Eichborn, 2010) die scheiternde Auswanderungsgeschichte einer luxemburgischen Bauernfamilie nach Brasilien zwischen April 1828 und März 1831.

Helminger wird das Gespräch mit Edgar Reitz über den Film, in dem ein dem Luxemburgischen ähnlicher moselfränkischer Dialekt gesprochen wird, leiten.