Am Donnerstag traten weitere ehemalige BMG-Mitglieder in den Zeugenstand. Aber auch Fränk Birmann, der beim Anschlag am 2. Dezember 1985 auf Kirchberg einer der Personenschützer vom französischen Staatspräsidenten François Mitterrand war, kann nichts Erhebliches zur Klärung des Falles beitragen. Wie andere Zeugen vor ihm, hat er Gedächtnislücken und kann sich an nichts Verdächtiges im Zusammenhang mit den Anschlägen erinnern.
Sein Ex-Kollege Bernard Reuter, der dann in den Zeugenstand trat, war Observationsexperte bei der BMG. Er sagte dem Gericht es habe einen Machtkampf zwischen Sûreté und Ermittlern des GOR ( „Groupe d’observation et de recherche“) gegeben. Über die Attentate weiß der ehemalige Top-Polizist aber nichts zu berichten. Es sagte lediglich die Observation des Ex-BMG-Chefs Ben Geiben sei nur halbherzig durchgeführt worden. Und er gab an, dass regelmäßig militärische Übungen in Luxemburg zusammen mit den US-Streitkräften stattfanden. Laut Reuter litten die BMG-Mitglieder damals an Dauerstress. Sie hätten zu sechst die Arbeit von zwölf Personen gemacht. Deshalb habe er 1992 die Einheit auch verlassen.
Wo war Weydert?
Das Gericht widmete sich auch wieder der Aussage des ehemaligen BMG-Mitglieds Marcel Weydert, der angegeben hatte, dass er und nicht Jos Wilmes auf einem Foto nach dem Anschlag in den Kasemetten zu sehen ist. Der Zeuge bleibt dabei: Er ist der Mann auf dem Bild. Er war am Anschlagsort. Aber auch Wilmes bleibt bei seiner Version. Er und Marc Scheer seien nie zu dritt unterwegs gewesen. sie seien aus Asselscheuer gekommen. Er habe Weydert nicht am Tatort gesehen. Richterin Conter zufolge ähneln sich beide Männer.
Bei der erneuten Aussage Weyderts gibt es aber Abweichungen zu seinen Erklärungen von Dienstag. Unklar ist zum Beispiel weiterhin, ob Weydert zum Zeitpunkt des Anschlags in den Kasematten in Urlaub war oder nicht. Es fehlen die diesbezüglichen Einträge im Dienstplan. Das Gericht und die Verteidigung haken nach. Weydert beruft sich auf eine Mail, die er 2012 von Marc Scheer erhalten hatte. Er hatte ihn gefragt, ob er der Mann auf dem Foto sei. Weydert habe ihm das bestätigt.
Widersprüche und Erinnerungslücken
Aber der Zeuge verstrickt sich immer mehr in Widersprüche. Oder er erinnert sich nicht mehr, unter anderem was die Observation von Ben Geiben betrifft. Auch an die genauen Umstände der Observierung von Ben Geiben oder einem Briefing mit dem Srel will der Zeuge sich nicht erinnern. Die Richterin fordert von Weydert, der immer angespannter ist, eine ehrliche Aussage. Gaston Vogel droht mit juristischen Konsequenzen. Auch das Foto von damals, das wieder angeschaut wird, bringt keine Klarheit, wer der Mann neben Marc Scheer ist. Die Ermittler wollen sich auch nicht festlegen, zumal das Bild von eher schlechter Qualität ist.
Anwalt Gaston Vogel zufolge gibt Weydert vor am Tatort gewesen zu ein, weil er ein Alibi in einer Scheidungssache brauchte.
Die Befragung von Marcel Weydert geht nächste Woche weiter.
Zu Demaart
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