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Werteunterricht: 200% Unterstützung

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Das Jugendparlament hat das Regierungsprogramm von LSAP, DP und „déi gréng“ unter die Lupe genommen. Die Dreierkoalition erhielt dabei generell gute Noten.

„Der gesellschaftspolitische Fortschritt zieht sich wie ein blau-rot-grüner Faden durch das Koalitionsabkommen“, schlussfolgerte am Dienstag der Präsident des Jugendparlaments. Nach einem langen Stillstand habe sich endlich eine Mehrheit gefunden, die eine Reihe von Forderungen des Jugendparlaments übernehme, stellte Patrick Weymerskirch fest.

Trennung von Kirche und Staat unerlässlich

Die gesellschaftspolitischen Fragen seien keineswegs nebensächlich, unterstrich Weymerskirch, der das oftmals angeführte Argument, das Land habe andere Probleme, konterte. Auch solle eine sachliche und konstruktive Debatte geführt werden und kein künstlicher Kulturkampf, der die Gesellschaft spalte, entfacht werden. Dass eine Idee im Regierungsprogramm angeführt wird, sei jedoch keine Garantie für ihre Umsetzung. Deshalb will das Jugendparlament die politischen Entscheidungen der neuen Regierung künftig auch ganz genau verfolgen.

Lob gibt es vom Jugendparlament für die geplante Einführung des Wahlrechts ab 16 Jahren und des Ausländerwahlrechts. Die jungen Leute unterstreichen allerdings, dass sie gleichzeitig für eine Ausweitung der Bürgerkunde in den Schulen plädieren und eine Residenzklausel für Nicht-Luxemburger als Bedingung für das Wahlrecht befürworten.

Den geplanten Werteunterricht unterstützt das Jugendparlament „zu 200 Prozent“.

Die Vorstöße der Gambia-Koalition zur Trennung von Kirche und Staat werden ebenfalls begrüßt. Allerdings wünscht das Jugendparlament sich, dass die Regierung noch einen Schritt weiter geht. Die Streichung der Artikel 22 und 106 aus der Verfassung (bezüglich der Finanzierung der Kirchen) sei nicht im Regierungsprogramm zurückbehalten worden, so die Kritik. „Es reicht nicht, die Finanzierung der Kirchen zu bremsen. Eine konsequente Trennung von Kirche und Staat ist unerlässlich“, forderte Weymerskirch.

Schulpolitik und Arbeitssuche

In puncto Schulpolitik setzen sich die jungen Leute für ein flexibles System ein, das die individuellen und linguistischen Bedürfnisse der einzelnen Schüler mit in Betracht zieht. Auch sollen Schüler verstärkt die Möglichkeit erhalten, Praktika in Betrieben zu absolvieren. Neben der Frage der Bildungspolitik legt das Jugendparlament besonderes Augenmerk auf die Frage der Arbeitslosigkeit und fordert u.a. einen Numerus clausus für Bildungszweige mit geringen Berufsaussichten. Im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit soll zudem die Frage der Qualifikation im Vordergrund stehen.