Dienstag13. Januar 2026

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Fährten und Gerüchte – aber nichts Konkretes

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Am Donnerstag wurden vier weitere Zeugen befragt: Die ehemalige Lebensgefährtin von Jos Steil und drei Ex-GOR-Mitglieder. Erheblich weiter brachten ihre Aussagen das Dossier aber nicht.

Alice Fuchs trat am Donnerstag in den Zeugenstand. Sie war von 1976 bis 1988 die Lebensgefährtin von Jos Steil. Die Ex-Partnerin des BMG-Mitglieds sagte, sie habe nie nach den Anschlägen gefragt. Außer Haus soll Steil jedoch gesagt haben, man werde die Täter nie finden. Darüber, dass Steil Prinz Jean als Täter nannte will sich die Zeugin aber nicht mehr erinnern, obwohl sie es zu einem früheren Zeitpunkt zu Ptrotokoll gegeben hatte.

Sie betätigte dem Gericht, dass Ben Geiben und Jos Steil gute Freunde waren. Bei ihren Treffen wurde aber nie über die Bombenleger-Affäre gesprochen. Alice Fuchs erzählte auch von Schießübungen im Keller ihres damaligen Hauses, von Landungen von Hubschraubern hinter dem Haus und Besuchen von Mitgliedern der französischen Spezialeinheit GIGN. Dabei handelte es sich um Paul Barril und Christian Prouteau.

Gerüchte und Fährten

Die Zeugin spricht von Gerüchten, die damals kursierten, dass Geiben der Täter sein soll. Sie bestätigte auch frühere Aussagen, dass nach dem Abschied Geibens unter Pierre Reuland die Stimmung sich innerhalb der BMG verschlechterte. Für Verwirrung sorgte die Aussage der Zeugin, dass Steil gesagt haben soll, er wisse wer der Täter sei, dann aber angab es sei eine falsche Fährte. Steil soll gegenüber ihr und seinem Sohn angeblich auch gesagt haben: «Wenn das rauskommt dann wackelt die ganze Monarchie». An Namen von Verdächtigen kann sich die Zeugin aber nicht erinnern.

Unklar war vor Gericht das Verhältnis, das Jos Steil zum damaligen Gendarmerie-Offizier Charles Bourg hatte. Alice Fuchs wollte nicht näher auf die Beziehung eingehen. Es sei zu privat, sagte sie.

Steil ging immer in das Hinterstübchen eines Geschäftes feiern, das gegenüber seiner Villa lag, so Fuchs. Dort wurde erzählt, dass die Täter aus den Reihen der Gendarmerie kämen.

Keine Erinnerungen mehr

Die ehemalige GOR (Groupe d’Observation et de Recherche)-Ermittlerin Carole Dittgen kann dem Gericht nicht weiterhelfen. Seit einem schweren Unfall hat sie keine Erinnerungen mehr. Die gibt jedoch an, dass damals der Name Ben Geiben im Raum stand. Sie sagte auch, sie hätte im Zusammenhang mit den Attentaten «gefährdete Gebäude» beobachtet. Mit den eigentlichen Ermittlungen hatte sie nichts zu tun. Auch über die Observation Geibens konnte die Ex-Ermittlerin keine genaue Auskunft geben.

Jean-Paul Niclou, ein weiteres ehemaliges GOR-Mitglied, trat ebenfalls vor die Richter. Er fuhr damals beim Anschlag auf den Justizpalast (19. Oktober 1985) Streife. Er war damals überzeugt, dass man die Täter der Anschläge fasse. Auf den «schönen Jungen» auf dem Phantombild angesprochen, der damals in der Nähe des Justizpalastes von einem Zeugen gesehen wurde, sagte der Zeuge, er habe damals keine solche Person gesehen. Niclou dementierte die Aussage seines Kollegen Medinger, sie seien kurz vor der Detonation zurück gepfiffen worden. Aber auch dieser Zeuge kann sich nicht mehr an Details erinnern, unter anderem was eine Observation eines Hauses in Beggen betrifft, wo ein Familienmitglied Ben Geibens wohnen sollte, die Observation von Geiben oder was die Anschläge auf den Justizpalast oder auf Kirchberg betrifft. Niclou half auch dem Anschlag in Itzig am 29. Mai 1985 die Autokennzeichen auszuwerten. Ergebnisse bekamen die Ermittler jedoch keine.

Jean-Claude Berscheid war der Letzte, der am Donnerstag in den Zeugenstand trat. Er war damals auch auf Streife rund um den Justizpalast. Auch er dementierte, dass sie damals kurz vor dem Anschlag zurückgepfiffen wurden.