Dienstag13. Januar 2026

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Königstochter erstmals vor Gericht

Königstochter erstmals vor Gericht
(dpa)

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Am Samstag muss sich die die spanische Königstochter Cristina vor einem Richter zu einem Finanzskandal erklären. Noch nie stand ein Mitglied des Königshauses im Zeugenstand.

Blond und mit einem Lächeln im Gesicht – so liebten die Spanier ihre Prinzessin Cristina. Doch das Lachen ist der Königstochter vergangen, die Begeisterung des Volks dahin. Denn inzwischen wird nicht nur Cristinas Mann Iñaki Urdangarin Veruntreuung zur Last gelegt, auch die Infantin wird beschuldigt, Steuern hinterzogen und Geld gewaschen zu haben.

Am Samstag muss sich die 48-Jährige in Palma de Mallorca deswegen zum ersten Mal vor einem Richter erklären. Danach entscheidet sich, ob auch gegen Cristina Anklage erhoben wird. Ihre Liebe zu Iñaki Urdangarin, einst als mustergültiger Schwiegersohn im Zarzuela-Palast gehandelt, wird der Prinzessin nun zum Verhängnis. Die beiden lernten sich 1996 während der Olympischen Spiele in Atlanta kennen, wo der Handballer mit der spanischen Mannschaft die Bronzemedaille holte.

Enge Partner

Cristina, die selbst 1988 Mitglied der spanischen Olympiamannschaft war, habe den ersten Schritt gemacht, schreibt der britische Enthüllungsjournalist Andrew Morton in einem Buch über die Frauen der Königsfamilie. Ein Jahr später feierte das Paar luxuriös Hochzeit. Vier Kinder – drei Jungen und zuletzt ein Mädchen – wurden geboren.

Auch beruflich wurden Cristina und Urdangarin Partner. Bis 2006 war Cristina Mitglied im Direktorium der gemeinnützigen Nóos-Stiftung auf den Balearen und in Valencia. Vorsitzender war damals ihr Mann – und soll in dieser Funktion 6,1 Millionen Euro staatlicher Gelder veruntreut haben. Außerdem gehört dem Paar zu gleichen Teilen das Consulting-Unternehmen Aizoon – nach Auffassung ist Aizoon eine Tarnfirma an, die aus den «Spenden» von Nóos gespeist wurde.

Mehrmals umgezogen

Cristina Federica Victoria Antonia de la Santísima Trinidad de Borbón y Grecia ist die jüngere der beiden Königstöchter. Autor Morton beschreibt sie als «sehr eigensinnig». Im Palast galt Cristina als die Rebellin, aber auch als die sozial Engagierte. Nach dem Politikstudium in Madrid und New York leitete sie die Abteilung für Soziales der großen Stiftung La Caixa und wurde Ehrenpräsidentin der spanischen UNESCO-Kommission. 2009 zog Cristina mit Mann und Familie nach Washington, weil Urdangarin dort als Berater für den spanischen Telefonkonzern Telefonica arbeitete.

Der Skandal um Urdangarin zwang die Familie wieder zurück nach Spanien, wo sie sich in einer Luxusvilla in Barcelona niederließ. Anfang November beschlagnahmte die Justiz mehrere Immobilien Urdangarins, darunter auch die Hälfte der gemeinsamen noblen Villa. Vergangenes Jahr zog Cristina in die Schweiz, was Spekulationen über eine mögliche Trennung von dem Ex-Handballstar auslöste. Doch Cristina hält nach wie vor zu ihrem Mann. Sie liebe ihren Gatten, ließ sie durch ihren Anwalt anlässlich der Vorladung erklären. Sie habe ihm vertraut und werde ihm «allen Hindernissen zum Trotz weiter vertrauen».