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«Nicht auf Kosten der Sportler»

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Die frühere Außen- und Vizepremierministerin sowie Olympiateilnehmerin Colette Flesch unterstützt Amnesty International in ihrer Forderung nach einem politischen Boykott der Olympiade in Sotschi.

Wohl gemerkt: politischer Boykott. Man dürfe politische Angelegenheiten nicht auf den Rücken der Sportler austragen, meinte Colette Flesch. Für einen Sportler sei die Teilnahme an Olympischen Spielen der Höhepunkt ihrer Karriere. Sie bereiteten sich vier Jahre auf dieses Ereignis vor.

Deshalb ist die Ex-Ministerin und frühere Olympiateilnehmerin Colette Flesch gegen einen Boykott von Spielen in dem Sinne, wie er zuletzt 1980 in Moskau und 1984 in Los Angeles stattfand. Es sei Sache der Politiker, Russland auf seine Verpflichtungen zu erinnern.

Das seien Verpflichtungen in Sachen Menschenrechte, die Russland mit dem Beitritt zum Europarat einging. In einem Memorandum nach den Spielen in London habe sich Russland erneut verpflichtet, die Menschenrechte zu respektieren. Es seien die Politiker, die ihre Verantwortung übernehmen müssten, sagte Flesch gestern vor der Presse, so wie es bei den Spielen in Peking schon verschiedene getan hätten.

Flesch unterstützte mit ihrem Auftreten vor der Presse eine Initiative von Amnesty International, die auf die Menschenrechtslage in Russland aufmerksam machen will. Ob Sportler gegen die Lage in Russland protestieren wollen, sei deren Sache. Laut Flesch werde kein Druck auf die Teilnehmer von demokratischen Staaten ausgeübt, sich nicht politisch zu äußern.

Menschenrechtslage

Der Direktor von Amnesty International Luxembourg, Stan Brabant, wies auf drei Begebenheiten hin, welche die Olympischen Spiele in Russland problematisch machten. Da sei zum Ersten die allgemeine Menschenrechtslage, die sich nach der Wiederwahl Vladimir Putins zum Präsidenten verschlechtert habe. Das Versammlungsrecht sowie das Recht auf freie Meinungsäußerung sei wesentlich eingeschränkt worden. Regimekritiker würden streng bestraft. NGOs würden von den russischen Autoritäten in ihren Aktivitäten gehindert, in dem sie de facto mit ausländischen Agenten gleichgestellt würden.

Im Visier der Menschenrechtler steht ebenfalls die Homosexuellen-feindliche Gesetzgebung Russlands, welche «die Propaganda unter Jugendlichen für nicht traditionelle Sexualbeziehungen» unter Strafe stellt. Bedenklich sei auch ein Gesetz gegen Blasphemie.

Am 30. Januar 2014 übergaben Vertreter von Amnesty eine Petition für mehr Menschenrechte in Russland an Präsident Putin, die von 336.000 Menschen unterschrieben wurde.