Donnerstag15. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Abfahrts-Spektakel: Miller vs. Svindal

Abfahrts-Spektakel: Miller vs. Svindal

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

SKI ALPIN - Nach 18 Monaten Pause kehrte Bode Miller im Olympia-Winter zurück. Leichter, fitter – und mit einem großen Ziel für Sotschi: Gold in der alpinen Königsdisziplin soll her. Mit dem Abfahrtsspektakel starten die Alpin-Wettbewerbe im Kaukasus.

Bode Miller scherzte in der Sonne am Fuße der olympischen Abfahrtsstrecke. Auch wenn es nach der Bestzeit im ersten Training bei der Testfahrt gestern nur zu Rang sechs reichte, stellte der US-Skistar seine Lockerheit zwei Tage vor dem olympischen Abfahrtsspektakel zur Schau.

Ein Plausch hier, ein Interview da – dann verließ der Mitfavorit auf Schussfahrtgold an der Seite seiner Ehefrau Morgan gut gelaunt die Strecke. „Mein Ziel ist es gewesen, bis Olympia in Topform zu sein. Das habe ich geschafft“, erklärte der Kombinations-Olympiasieger von Vancouver. Miller posierte noch für ein paar Erinnerungsfotos und freute sich schon auf die ersten Medaillen-Entscheidungen der Alpinen morgen Sonntag. „Ich bin bereit.“

Extrem und ruhig

Vor allem für zwei große Vorhaben trat Miller zur Sotschi-Saison nach 18 Monaten Pause wegen einer Knieverletzung wieder an. Ein Abfahrtssieg in Kitzbühel sollte her und Schussfahrt-Gold bei seiner fünften und letzten Olympia-Teilnahme.

Auf der Streif nahm der viermalige Weltmeister Mitte Januar Rang drei hinter dem in Sotschi verletzten Hannes Reichelt (Österreich) und Aksel Lund Svindal (Norwegen) bei seiner vielleicht letzten Chance mit glasigen Augen tieftraurig zur Kenntnis. Jetzt will der mit 36 Jahren älteste amerikanische Skirennfahrer erst recht bei Olympia siegen.

„Ich bin in einer besseren Situation als in Vancouver 2010, damals war ich längst nicht so fit wie jetzt“, erklärte der zweimalige Gesamtweltcupsieger. Mehr als zehn Kilo leichter meldete sich Miller, die prägende Figur der aktuellen Szene, beim Saisonstart zurück. Drei Podestplätze glückten ihm in der Saison, ein Sieg allerdings noch nicht. Trotzdem steht Miller zusammen mit dem noch höher gehandelten Weltmeister Svindal an der Spitze der Favoritenschar. „

„Kommen von unterschiedlichen Enden des Spektrums“

Auch diesmal sind die Augen wieder auf die Favoriten gerichtet, zu denen neben Miller und Svindal seit Freitag auch der Trainingsschnellste Österreicher Matthias Mayer zählt. „Was Aksel und meine Stärken angeht, kommen wir von unterschiedlichen Enden des Spektrums“, beschrieb Miller.
Svindal sei super konstant und kalkuliere immer das Risiko. „Ich dagegen fahre mit der Absicht, mich zu pushen, so dass das Risiko manchmal in keinem Verhältnis steht zum Preis.“ Doch wegen dieser rasanten Fahrten, wie er sie zuletzt bei der viel gerühmten „Killerlinie“ im Kitzbühel-Training bot, lieben ihn die Fans. Auf der Piste ist er weiter der extreme Typ, abseits ist er ruhiger geworden.

Die Zeiten, in denen Miller kaum eine Gelegenheit ausließ, den Internationalen Skiverband FIS oder das Internationale Olympische Komitee zu kritisieren, sind lange vorbei. Allüren wie 2006, als er viel Zeit in einer Disco von Sestriere verbrachte, gibt es sowieso nicht mehr.