Spektakuläre Neuigkeiten im Fall Gurlitt: Die umstrittene Kunstsammlung des 81-Jährigen ist noch größer als gedacht. In Salzburg hortete er Werke von Monet, Renoir und Picasso.
07.04.2014: Die Kombo zeigt acht Werke aus dem spektakulären Münchner Kunstfund, die seit 11.11.2013 online einsehbar in der Lost-Art-Datenbank aufgelistet sind und bei denen laut Behördenangaben "der begründete Verdacht auf NS-verfolgungsbedingten Entzug" besteht. (Staatsanwaltschaft Augsburg)
11.02.2014: Gurlitts Sammlung ist offenbar weit größer als gedacht: In seinem Haus in Salzburg wurden rund 60 Bilder entdeckt, darunter Werke von Monet, Renoir und Picasso. (dapd/Wildbild)
05.11.2013 Die deutschen Behörden haben bei dem spektakulären Kunstfund in München 1285 ungerahmte und 121 gerahmte Bilder beschlagnahmt. (dapd/Christof Stache)
Bei mehreren Bildern soll es sich um Nazi-Raubkunst handeln. (dapd/Christof Stache)
Bei der Hausdurchsuchung im Frühling 2011 entdeckten deutsche Behörden die Werke von unschätzbarem Wert in der laut Medienberichten "zugemüllten" Wohnung. (dapd/Christof Stache)
Bei den Bildern handelte sich unter anderem um Werke von Pablo Picasso, Henri Matisse, Marc Chagall, Emil Nolde... (dapd/Christof Stache)
...Franz Marc, Max Beckmann, Paul Klee, Oskar Kokoschka, Ernst Ludwig Kirchner, Max Liebermann und Albrecht Dürer. (dapd/Christof Stache)
Die Werke aus Gurlitts Sammlung stammen höchstwahrscheinlich aus den Beständen "entarteter" Kunst, die die Nazis ab 1937 in deutschen Museen und bei Reichsbürgern beschlagnahmten. (Bild: Raubkunst, die die Alliierten im April 1945 in einer Kirche im deutschen Ellingen entdeckten) (Tageblatt-Archiv/Handout)
Für mindestens 200 Werke offizielle Suchmeldungen früherer Eigentümer vor, die ihre Schätze unter den Nationalsozialisten verloren hatten. (dapd/John Macdougall)
Nach Angaben seines Sprechers verwahrte Gurlitt nicht nur in seiner Münchner Wohnung wertvolle Bilder, sondern auch in seinem Haus in Salzburg. Wie Gurlitts Sprecher Stephan Holzinger am Dienstag mitteilte, wurden am Vortag rund 60 Bilder in Salzburg gesichert – darunter eine Zeichnung von Pablo Picasso sowie Bilder von Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir und Édouard Manet. Die Werke befinden sich nach Angaben Holzingers nun in sicherer Verwahrung.
Die Bilder sollen begutachtet werden, um herauszufinden, ob es sich um Nazi-Raubkunst handelt. Die Überprüfung finde «im Auftrag von Cornelius Gurlitt» statt, betonte Holzinger. «Nach vorläufiger Einschätzung auf Basis einer ersten Sichtung hat sich ein solcher Verdacht nicht erhärtet.»
Unter Betreuung
In Gurlitts Münchner Wohnung wurde der spektakuläre Kunstschatz mit mehr als 1000 Kunstobjekte gefunden, der im vergangenen Jahr die Kunstwelt in Atem hielt. Nach ersten Schätzungen sollten die Kunstwerke bis zu einer Milliarde Euro wert sein, inzwischen wird nur noch über eine zweistellige Millionensumme spekuliert. Für die Salzburger Kunstwerke gibt es bisher keinerlei Einschätzungen.
Gurlitt steht seit Ende 2013 unter Betreuung. Sein Betreuer, der Rechtsanwalt Christoph Edel, hatte die Sicherstellung der Salzburger Werke veranlasst, um sie vor Einbruch und Diebstahl zu schützen. Ob es noch weitere Kunstverstecke gibt, darüber will Holzinger nicht spekulieren.
Die Staatsanwaltschaft Augsburg hatte in Gurlitts Münchner Wohnung die mehr als 1000 Kunstwerke sichergestellt. Knapp 600 davon stehen im Verdacht, Raubkunst aus der Nazizeit zu sein. Nach Ansicht Gurlitts und seiner Anwälte wurden die Bilder zu Unrecht beschlagnahmt.
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