BNP Paribas droht Ärger in den USA wegen mutmaßlicher Finanzgeschäfte mit dem Iran. Nach Verhandlungen mit den amerikanischen Behörden stellte Frankreichs größte Bank im vierten Quartal 1,1 Milliarden Dollar für mögliche Strafen zurück. Die USA prüfen, ob Banken gegen US-Sanktionen gegen den Iran verstoßen, mit denen die Islamische Republik im jahrelangen Atomstreit zum Einlenken gezwungen werden soll. Es wurden deswegen bereits Strafen gegen mehrere Institute verhängt.
Durch die Sonderlasten brach der BNP-Nettogewinn um 76 Prozent auf 127 Millionen Euro ein, teilte das Institut am Donnerstag mit. An der Börse in Paris verloren die Aktien der Bank knapp fünf Prozent. Die BNP-Sonderlasten entfielen auch auf den Umbau des Konzerns sowie Abschreibungen auf die italienische Tochter. Der operative Gewinn stieg.
Schrumpfmodus
Die Bankenbranche kämpft mit zahlreichen Altlasten aus der Finanzkrise. Deswegen hatten zuletzt auch bei der Deutschen Bank und der Credit Suisse hohe Sondereffekte auf den Gewinn gedrückt. In den USA macht die größte Bank JPMorgan immer wieder mit milliardenschweren Strafen und Vergleichen Negativ-Schlagzeilen.
BNP Paribas ist noch immer im Spar- und Schrumpfmodus, um die schärferen Kapitalanforderungen nach der Finanzkrise erfüllen zu können. So sollen die Aktionäre für 2013 nur eine unveränderte Dividende von 1,50 Euro pro Anteilsschein bekommen. Der französische Rivale Société Générale hat dagegen den Schrumpfkurs gerade für beendet erklärt und will die Aktionäre mit höheren Dividenden verwöhnen. Bei SocGen blieb im vierten Quartal 2013 ein Gewinn von 322 Millionen Euro hängen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 471 Millionen zu Buche gestanden hatte. Das Institut profitierte unter anderem von niedrigeren Rückstellungen für Kreditausfälle.
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