Montag12. Januar 2026

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Neues Stadion, neue Straße und Tram

Neues Stadion, neue Straße und Tram
(Schroeder & Associes)

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Das Stade Josy Barthel an der Arloner Straße wird nicht umgebaut. Stattdessen wird ein neues nationales Fußballstadion auf Kockelscheuer errichtet.

Das reine Fußball-Stadion wird somit eingebunden in bestehende Planungen. Das neue Stadtviertel «Ban de Gasperich», an dem gerade eifrig gebaut wird, sieht eine wichtige Axe «boulevard Raiffeisen» vor, welche mit einer zu bauenden Brücke über die Autobahn Richtung Kockelscheuer führt, dort in den «boulevard Kockelscheuer» übergeht, welcher an einem neuen Rond-point den Anschluss zur Landstraße Richtung Leudelingen macht. In Fahrtrichtung Leudelingen rechts neben diesem Boulevard, d.h. zwischen Straße und Autobahn, war eh ein Park&Ride mit Tram-Anschluss geplant. In diese Planungen wurde einfach nun das Stadion eingefügt, ebenfalls zwischen Straße und Autobahn.

Laut Aussagen der städtischen Bürgermeisterin Lydie Polfer am Freitag, war das Nationalstadion auch Thema während der Koalitionsverhandlungen der neuen Regierung. Laut Bausch-Aussagen war eine seiner ersten Prioritäten (u.a.) nach Amtsantritt, hier schon Schritte in die Wege zu leiten. Konkreter: die Planungen für die Boulevards Raiffeisen und Kockelscheuer schneller vorantreiben («wir sind hier schon bei Detailstudien angelangt», so Bausch), sowie die geplante Tramlinie zum P&R aus der vorgesehenen Phase 2 (d.h. Realisierung nach 2020) in die Phase 1 des Tram-Projekts vorzuziehen. Beides geschah.

30-40 Millionen Euro

Staat und Gemeinde waren hier schon im Besitz vieler Grundstücke (für P&R, Tram); die Situation nun deblockiert und das Stadion-Projekt an dieser Stelle definitiv möglich gemacht hat ein Geländetausch, durch den die Stadt Luxemburg in den Besitz eines 2,7 ha großen Areals kommt, ohne welches das Stadion nicht hätte gebaut werden können.

Als Basis für die weiteren Planungen dient das von der FLF gemeinsam mit der Architektin Arlette Feierstein ausgearbeitete Vor-Projekt des Um-/Neubaus des Josy-Barthel-Stadions. Auch der Kostenpunkt bleibt der gleiche: 30-40 Millionen Euro, wobei man optimistisch eher Richtung 30 Millionen schielt.

Multifunktion

Dies sind die Kosten nur für das Stadion; alles andere (P&R, Tram, Boulevard Kockelscheuer) war eh bereits in Planung und taucht in anderen Budget-Posten von Staat und Gemeinde auf. Bauherr des Stadions wird die Stadt Luxemburg sein; da es ein nationales Projekt ist, wird der Zuschuss des Staates 70 Prozent betragen. Dieser Anteil ist bereits per Gesetz abgesichert, durch den kürzlich im Parlament verabschiedeten Fünfjahres-Plan für Sportstätten.

Planungen für andere Sportstätten an dieser Stelle oder in der näheren Umgebung gäbe es nicht, so Lydie Polfer. Ob im Stadion auch Konzerte sollen stattfinden können, darüber sei noch nicht diskutiert worden. Auch mit dem hauptstädtischen Fußball-Verein Racing habe es noch keinen Kontakt gegeben zwecks eventueller Zur-Verfügung-Stellung des Stadions als feste Spielstätte.

Urbane Nutzung

Sportminister Romain Schneider betonte, dass das Nationalstadion ebenfalls für die internationalen Auftritte der Rugby-Nationalmannschaft zur Verfügung steht. In Sachen Leichtathletik-Bahn sagte Schneider, dass weiter an der Ausweich-Möglichkeit INS gearbeitet wird und hier ein Vor-Projekt fast fertig sei. In puncto Velodrom halte er weiter daran fest, dies in Mondorf zu realisieren: in direkter Nähe und auf dem Gelände des dort geplanten neuen Lyzeums.

Das ehemalige Areal des Stade Josy Barthel wird laut Lydie Polfer einer urbanen Nutzung, sprich Wohnungen, zugeführt. Zum Stadion-Areal wird dort auch das Gelände der Berufsfeuerwehr kommen (neue Installationen im Ban de Gasperich geplant), sowie des Recycling-Center, das ebenfalls verschwinden soll. Demnach auch quasi ein ganzes Stadtviertel, was dort erschlossen werden kann.

Timing

Wann, das konnte und wollte am Freitag allerdings keiner sagen. Das Timing blieb das große Geheimnis. In so einem frühen Planungsstadium sei es zu gewagt, darüber zu sprechen, so die Bürgermeisterin. Die Gelände müssen jedenfalls reklassiert werden (in «utilité publiqe»), das könne bis Ende des Jahres geschehen. Vor 2015 geschieht also nichts Konkretes, und ob bis dahin alle Pläne (Straße, P&R, Stadion) bereit für eine Umsetzung sind, ist fraglich. Die Tram dürfte eh kaum zeitgleich mit dem Stadion fertig sein.

Die Zeit verrinnt also, und die direkt Betroffenen müssen sich weiter in (Un)-Geduld üben. Paul Philipp, Präsident des nationalen Fußballverbandes FLF, durfte bei der Pressekonferenz neben den politischen Verantwortlichen sitzen, erhielt aber nicht mal das Wort erteilt.

Noch keine Antwort

Auch für ihn war fast alles neu, „und auf eine wesentliche Frage – der Zeitplan – gibt es auch jetzt mit dem neuen Standort noch keine Antwort. Ich hoffe dies war heute ein Anfang, ein guter Anfang hoffe ich, aber nun muss es schnellstens vorangehen. Es hört sich ja mal gut an“, so Philipp in einer ersten Einschätzung.

Mehr zum «sportlichen» Aspekt eines neuen Fußball-Nationalstadions in der Samstag-Ausgabe des Tageblatt sowie als Epaper.