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Impressionen eines Weltenbummlers

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Den luxemburgischen Maler Frantz Seimetz, der vor genau 80 Jahren gestorben ist, stellt die hauptstädtische Villa Vauban bis zum 25. Mai in den Blickpunkt.

„Von der Mosel in die Welt“ heißt die Kollektion, die letztes Jahr aufwändig restauriert wurde und erstmals so umfassend gezeigt wird. Sie gibt einen intensiven Einblick in das Schaffen des produktiven Künstlers, dessen Porträts und Landschaften sich zwischen symbolistischen und impressionistischen Strömungen bewegen.

Von der Mosel in die Welt
Der Maler Frantz Seimetz (1858-1034)

Villa Vauban
18, Avenue Emile Reuter
L-2090 Luxemburg
Tel.: +3524796 4901

Öffnungszeiten

Mo.-So., 10-18 Uhr
Fr. 10-21 Uhr
Di. geschlossen

„Von der Mosel in die Welt.“ Die Formulierung ist gut gefunden, auf mich wirkte sie auf Anhieb eher negativ.

Moselbilder haben für mich und meine Freundinnen einen gewissen Nachgeschmack. Den Namen Frantz Seimetz verband ich mit einer Straße auf Limpertsberg.

Umso positiver war der Besuch der Retrospektive, die die hauptstädtischen Museen zum 80. Todestag des Künstlers ausrichten. Sie schildert die Eindrücke eines passionierten Reisenden, der Europa von Rügen bis Capri, Griechenland und Kroatien erkundete, der aber auch neun Jahre seines Lebens in den USA verbrachte und durch Kanada, die Antillen und Mexiko reiste, bevor er sich in Dubuque in Iowa niederließ. Fünf Monate lang schipperte Frantz Seimetz in seinen amerikanischen Jahren (1887 bis 1896) auf einem Hausboot über den Mississippi.

Die Bilder aus dieser Zeit sind kleine Formate, die leichter zu transportieren waren. Häufig hat Seimetz seine Leinwand nicht aufgespannt, sondern auf Karton geklebt, um sie handlicher für den Transport zu machen. Gleich nach seiner Rückkehr wurden seine amerikanischen Eindrücke im Casino gezeigt. Zur gleichen Zeit hat er auch geheiratet. Marie-Antoinette Bourger war die Tochter eines Künstlers aus Arlon.

Sie wurde seine treue Begleiterin. Sie hat der Stadt Luxemburg die 65 ausgestellten Bilder geschenkt.

Reisen bildet

Die Einführung in die Ausstellung und in das Leben des 1858 in Grevenmacher geborenen Künstlers, der dank der großzügigen Unterstützung seines „Entdeckers“ Antoine Pescatore in Trier, Brüssel, München und Paris Kunst studieren konnte, beginnt mit Selbstporträts, auf denen sich der Künstler sozusagen selbst vorstellt. Bezeichnend sind die sparsame Strichführung und die realistische Darstellung, die sich auch in den anderen Porträts der Ausstellung bestätigt. Seimetz hat es nicht immer gut mit seinen Freunden und Bekannten gemeint, die er darstellte, ohne sie zu beschönigen.

Sehr schnell jedoch nimmt die Ausstellung ihre Besucher mit auf Reisen. Nach Italien, dessen Licht Frantz Seimetz fasziniert hat, wo er die aufspritzende Gischt des Meeres festhielt – und die Küche der „Mamma“ mit feinem Licht und Farbenspiel bis ins kleinste Detail auf seine Leinwand bannte. Die Gemälde lesen sich wie ein Reisetagebuch. Sie halten immer wieder neue Details fest. Sie stehen aber auch für die Persönlichkeit des Künstlers, der sich ab 1900 zum Impressionismus hinwendete.

Seine Bilder von Antibes erinnern an Claude Monet, der ähnlich an die gleiche Landschaft heranging. 1904 wurde Frantz Seimetz mit den „Prix Grand-Duc Adolphe“ ausgezeichnet.

Seimetz war der erste Luxemburger Maler, der sich in der Freilichtmalerei versuchte, besonders bei der Darstellung von Wasser, dessen Lichtverhältnisse und Spiegelungen er genau beobachtete und geschickt festhielt. Interessant sind auch seine Eindrücke aus Rügen, wo er die Abgeschiedenheit suchte, aber auch wieder die Lichtverhältnisse studierte und die Atmosphäre auf ganz impressionistische Art wiedergab.

Das Aquarell des elsässischen Sigolsheim, das in der Tradition des 16. Jahrhunderts entstand und fast wie ein Foto wirkt, hält ebenfalls das Auge fest. Am Ende seines Lebens hat Frantz Seimetz wegen eines Augenleidens nicht mehr malen können. Sein letztes Werk ist deshalb ein schriftstellerisches: In den vier Bänden von „Der Feuersalamander – Einfälle und Ausfälle“ kommt Seimetz auf seine amerikanischen Erinnerungen zurück.