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Großherzog Jean soll als Zeuge aussagen

Großherzog Jean soll als Zeuge aussagen

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LUXEMBURG - Hat Prinz Jean 1986 seine Titel abgeben müssen? Es hieß immer, er sei damals auf eigenen Wunsch abgetreten. Die Verteidigung fordert Aufklärung.

Der Prozesstag beginnt mit den Aussagen von Zeugen, die sich in den letzten Tagen spontan bei der Staatsanwaltschaft gemeldet haben. Einer von ihnen ist Armand Dousemont. Die Asservatenkammer sei alles andere als zeitgemäß gewesen, sagt er vor den Richtern. Er bestätigt, dass der Sûreté-Chef Armand Schockweiler aus der Asservatenkammer Beweismittel zum Hollerich-Attentat abholte. Er könne sich dabei an den Satz seines Kollegen André Glodt erinnern: «Ich frage mich, warum der ‚Schocki‘ (Schockweiler) beschlagnahmtes Beweismittel vom Anschlag in Hollerich mitnahm.» Wann das war, weiß der Zeuge allerdings nicht mehr. André Glodt hatte vor drei Wochen vor Gericht eine dahingehende Aussage gemacht.

Dousemont bestätigt auch eine weitere Aussage, nämlich dass der ehemalige stellvertretende Chef der Gendarmerie-Spezialeinheit BMG, Jos Steil, beim Erkennungsdienst vorstellig wurde, um Beweismaterial zu prüfen. «Er wollte mit ein paar BMG-Mitgliedern Beweismittel unter die Lupe nehmen. Darunter auch Zünder. Sie fassten alles an. Ich hatte mir damals keine Gedanken darüber gemacht», sagt Dousemont.

Gericht geht ins Altersheim

Der ehemalige Generalstaatsanwalt Camille Wampach soll einem Zeugen zufolge gesagt habe, der Prinz sei der Bommeleeër. Me Gaston Vogel fordert das Gericht am Montag auf, Großherzog Jean in den Zeugenstand zu rufen. Hat Großherzog Jean seinem Sohn Prinz Jean sämtliche Titel 1986 aberkannt? Wurde dadurch damals Wampach auf den Prinzen aufmerksam, als ein möglicher Bommeleeër? Richterin Sylvie Conter: «Wir hören uns zunächst die Aussagen des Prinzen am kommenden Donnerstag an.» Später heißt es dann, Richter, Staatsanwalt und Verteidiger würden am Mittwochmorgen zu Wampach ins Altersheim gehen. Seine Aussagen sollen dann am Nachmittag im Gerichtssaal vorgelesen werden.

Nach diesem Intermezzo folgt die Konfrontation Armand Schockweiler/André Glodt. Letzterer hatte Schockweiler bezichtigt, Beweismaterial mitgenommen zu haben. Schockweiler will sich an nichts erinnern.

Nach einer langen Pause weist Schockweiler die Aussagen von Glodt zurück, er habe Beweismittel aus der Asservatenkammer mitgenommen. Zuvor waren Glodtens Aussagen aus der frühreren Anhörung vor Gericht langatmig vorgelesen worden.

Damit geht der Prozesstag zu Ende. Am Dienstag erwartet das Gericht Ex-Premierminister Jean-Claude Juncker in den Zeugenstand.