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Steuerflucht: 16.000 haben sich gemeldet

Steuerflucht: 16.000 haben sich gemeldet

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Im Durchschnitt beantragen 150 Franzosen pro Woche beim französischen Finanzminister die Regularisierung ihrer Auslandsvermögen, für die sie keine Steuern bezahlt hatten. Geld schlummert auch auf Luxemburger Konten.

Seit Juni 2013 sind es insgesamt 16.000 Franzosen, die sich bei der „Arbeitsgruppe für die Regularisierung von Auslandsvermögen“ gemeldet haben, um ihre Steuern in Ordnung zu bringen, teilt Bernard Cazeneuve, Budget-Minister, vor kurzem mit. Davon sind bisher allerdings nur 2.621 Dossiers völlig bearbeitet.

Im Durchschnitt handelt es sich dabei um Vermögen 910.000 Euro. Zehn Prozent der Summen liegen unter 100.000 Euro. In Einzelfällen kann es sich aber auch um Summen bis zu 170 Millionen handeln. Insgesamt ist eine Summe von 2,4 Milliarden Euro im zweiten Halbjahr 2013 dem französischen Fiskus zur Nachversteuerung erklärt worden. In acht von zehn Fällen sollen die Gelder aus der Schweiz kommen. Luxemburg liege auf dem zweiten Platz.

Wer sein Schwarzgeld in Frankreich weiß waschen will, muss Steuern für die vergangenen fünf Jahre nachzahlen. Dabei handelt es sich um Einkommenssteuer, um Vermögenssteuer, um eine Verspätungssteuer in Höhe von 4,8 Prozent pro Jahr und um eine Strafzahlung zwischen 15 und 30 Prozent. Am Ende bleibt vom Schwarzgeld nicht mehr viel übrig. Der französische Budgetminister geht davon aus, dass er für das Jahr 2013 insgesamt 2,4 Milliarden Euro an Nach- und Strafzahlungen einnehmen wird.

Regularisierung: Bestimmungen verschärft

Frankreich hat Ende vergangenen Jahres die Bestimmungen zur Regularisierung von Schwarzgeld verschärft. Der Fiskus erhebt bei jedem neuen Fall zunächst eine Strafzahlung, die zwei Millionen Euro erreichen kann. Wird ein Vergehen als „Vergehen einer kriminellen Vereinigung“ festgestellt, drohen Gefängnisstrafen bis zu sieben Jahren. Die Verjährungsfrist ist von bisher drei auf sieben Jahre für Steuervergehen angehoben worden.

Die luxemburgische KBL – Holding für neun europäische Privatbanken – beziffert den Bestand aus nicht regularisierten Vermögen auf „unter zehn Prozent“ in einem Artikel in der französischen Zeitschrift „Valeurs actuelles“. Die Banken in Luxemburg, heißt es in dem Artikel, hielten Ausschau nach „high networth inidividuals“ mit einem Vermögen von mehr als einer Million Dollars. KBL selbst sucht Kunden, so das Magazin, mit mehr als 500.000 Euro. Die Bank, so heißt es, habe ihre Beratungsmannschaft verstärkt, um in diesem Kunden-Segment verstärkt präsent zu sein.

Ziel dieser Strategie ist es, dem europäischen Informationsaustausch zu begegnen. Sowohl die Regulierung von Schwarzgeld als auch der ab dem 1. Januar 2015 stattfindende Informationsaustausch hätten zum Abzug von Geldern aus Luxemburg geführt, heißt es in dem Artikel.