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Schludrigkeit im Wachdienst

Schludrigkeit im Wachdienst
(Tageblatt-Archiv/Pierre Matgé)

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Am 5. November 2012 wird im Munitionslager Waldhof ein Soldat durch eine Kugel getötet. Laut Informationen von Tageblatt.lu starb der Soldat wegen Nachlässigkeit der Wachvorschriften.

Den Todesfall empfanden damals viele junge Soldaten auf dem Herrenberg als besonders tragisch. Offenbar starb der 22-jährige Soldat Laurent Thommes durch Fehler und Missachtung der Wachvorschriften. «Weil sich ein Schuss aus seiner Waffe gelöst hatte, die eigentlich nicht hätte geladen sein dürfen,» monieren Ex-Kameraden gegenüber Tageblatt.lu. Seit mehr als 16 Monaten laufen die Ermittlungen. Offiziell ist immer noch nicht geklärt, wie es zu dem tödlichen Schuss kommen konnte.

Der tödliche Unfall hatte sich am 5. November 2012 im Munitionslager Waldhof ereignet. Noch immer rätseln viele Kameraden, wie es zu der Schussabgabe kommen konnte. Laut Wachvorschrift bei der Armee zeigt der Lauf einer jeden Waffe «immer nach unten». Kommt man von einer Patrouille zurück wird die Waffe in einer mit Sand gefüllten «Sicherungs-Tonne» entladen. «In der weiterführenden Grundausbildung lernt jeder Soldat die einzelnen Schritte sehr genau,» so ein Soldat gegenüber Tageblatt.lu.

Soldaten kritisieren

Es gab zahlreiche Spekulationen, dass sich die Kugel beim «Waffenspielen» mit Kameraden gelöst habe. Durch die Schussverletzung verblutete der 22-jährige aus Münsbach innerhalb weniger Minuten. Zwei Wachkameraden wurde zunächst verdächtigt, auf Laurent Thommes gezielt geschossen zu haben. Die Soldaten wurde über Wochen verhört. Nichts konkretes kam dabei heraus.

Viele Soldaten kritisieren jetzt die mangelnde Informationspflicht durch ihre Vorgesetzten. Sie kritisieren auch den laschen Umgang der Vorschriften bei der Wache, nicht nur im Munitionsdepot Waldhof. «Es gibt hier Regeln, aber die wenigsten Unteroffiziere und Offizieren halten sich daran. Unsere Waffen im Waldhof stehen einfach in einem Holzregal. Die Tür zu dem Raum ist teilweise offen und unbeaufsichtigt,» kritisiert ein Soldat gegenüber Tageblatt.lu.

Ermittlungen abgeschlossen

Die Justiz hüllt sich auch fast anderthalb Jahre nach dem tragischen Vorfall zu den Ermittlungen noch immer in Schweigen. «Die Untersuchungen in dem Fall sind abgeschlossen. Es liegt nun bei der Chambre de conseil, ob es zu einer Anklage oder zu einer Einstellung des Verfahren kommt, heißt es von Justizsprecher Henri Eippers.