Die Finanzierung seines neuen Films ist gesichert, nun kann Manoel de Oliveira nichts mehr aufhalten: Im Alter von 105 Jahren will der portugiesische Regisseur nochmals zur Kamera greifen. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus dem Umfeld des Filmemachers erfuhr, sollen am Mittwoch in Porto die Dreharbeiten zu dem neuen Kurzfilm des Filmveteranen beginnen. De Oliveira hatte monatelang um die Finanzierung des Projekts gebangt.
«Er hat endlich die Finanzierung bekommen, auf die er seit mehreren Monaten wartete», sagte Adelaide Maria Trepa, die Tochter des rüstigen Regisseurs, der im Dezember seinen 105. Geburtstag feierte. «Er konzentriert sich sehr auf die Dreharbeiten seines neuen Films.» Nach Angaben der portugiesischen Produktionsfirma O som e a furia, die den Kurzfilm gemeinsam mit der französischen Firma Epicentre films produziert, sollen die Dreharbeiten bis Sonntag laufen. Demnach stammt das Geld für den Film aus den Fördertöpfen des portugiesischen Kultursekretariats und des französischen Kulturministeriums.
Erster Film in den 1930er Jahren
In der nordportugiesischen Stadt Porto hatte de Oliveira Anfang der 1930er Jahre seinen ersten Film «Harte Arbeit am Fluss Douro» gedreht, eine Stummfilm-Dokumentation über die Ufer des Douro. Seither drehte de Oliveira mehr als 50 Spiel- und Dokumentarfilme – die meisten davon nach seinem 60. Geburtstag.
Der neue Kurzfilm trägt den Titel «O velho do Restelo» (Die Alten von Restelo). Er ist inspiriert von einer Figur aus dem epischen Gedicht «Die Lusiaden» von Luís de Camoes aus dem 16. Jahrhundert, in dem es um die großen Entdeckungen portugiesischer Seefahrer geht.
Seinen bislang letzten Film drehte Manoel de Oliveira im Jahr 2012. Im selben Jahr wurde er mehrmals wegen Komplikationen infolge einer Infektion ins Krankenhaus eingeliefert. Doch er erholte sich und kümmerte sich darum, die benötigten 350.000 Euro für seinen Kurzfilm zusammenzubekommen. Das portugiesische Kino leidet unter den Folgen der Finanzkrise und den damit verbundenen Haushaltskürzungen.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können