«Die Tram ist ein wichtiger Teil des Modu-Plans», so Nachhaltigkeitsminister François Bausch («déi gréng») am Mittwochnachmittag. In Anwesenheit von Bürgermeisterin Lydie Polfer gab Bausch weitere Details zum Tramprojekt bekannt. Die Tram soll die fünf Hauptentwicklungszonen in der Hauptstadt miteinander verbinden. An neun Orten sind Verbindungen mit anderen Verkehrsmittel (Bus, Auto) geplant.
Die Tram soll in einem Stück realisiert werden, so Bausch. Die entsprechenden Gesetze sollen gleichzeitig und zügig im Parlament zum Votum kommen. Die Bauarbeiten beginnen bei der der Luxexpo. 2017 soll die Strecke Luxexpo – Glacis fertig sein. Danach soll sofort mit den anderen Teilstücken angefangen werden, wenn die Teilfinanzierungsgesetze gestimmt sind. 2020 soll Findel – Cloche d’Or fertiggestellt sein.
Keine Oberleitung
Auf der Teilstrecke Gare – Roud Bréck soll eine neue Technik angewandt werden, die ohne Oberleitungen funktioniert. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Bauarbeiten können zügiger vorangetrieben werden. Diese Technik ist urbanistisch schonend und verursacht weniger Belästigungen.
Auf dem Rest der Strecke werde der Bau weniger Probleme verursachen, so Bausch. 2015 sollen die Arbeiten beginnen. Dann sollen auch die beiden Teilfinanzierungsgesetze gestimmt werden. 2017 soll das erste Teilstück in Betrieb gehen. Dann soll auch sofort mit dem Bau der anderen Strecken begonnen werden.
Lydie Polfer begrüßt die Bemühungen, den Autoverkehr aus dem Zentrum herauszuhalten. Gut sei auch der Verzicht auf die Oberleitungen im Stadtzentrum. Das spare auch Geld. Sie hofft, dass die Belästigungen auf ein Minimum reduziert werden.
Straßburg und Nizza
Chef des Projektes ist André von der Marck, der schon die Tram in Straßburg und Nizza mit aufgebaut hat. Es sei ein ehrgeiziges Projekt, eine Herausforderung, unter anderem, weil der Hauptbahnhof und der Flughafen durch die Tram verbunden werden, so der Experte. Beeindruckend sei die Anzahl der «Pôles d’échange» mit den anderen Verkehrsmitteln.
In Bezug auf die Kompensationen für abgeholzte Wälder (6 Hektar Gréngewald), so sei alles geregelt. Nach den Arbeiten würden zum Beispiel einige Straßen zurückgebaut. Naturgebiete werden neu angelegt. Zudem sei der Umweltschutz der Tram groß, betont Bausch.
Niederanven und Hesper
Die Gemeinden Niederanven und Hesper sollen nicht an der Finanzierung der Strecken teilnehmen, die ihr Gebiet durchqueren, weil sie nur marginal betroffen sind. Global müsse man über die Finanzierung des öffentlichen Transportes reden. Bei Busverbindungen zum Beispiel profitieren alle Gemeinden, aber nur einige Akteure zahlen.
Bausch ist überzeugt, dass die Tram ein Erfolg wird. Er hofft, dass in etlichen Jahren der Wunsch geäußert wird, die Tramstrecken auszubauen. Der notwendige Platz ist schon teilweise vorgesehen. Es bestehen aber im Augenblick keine konkreten Pläne.
554 Millionen Euro
Der Gesamtkostenpunkt liegt bei 554 Millionen Euro. Die Stadt Luxemburg übernimmt ein Drittel der Kosten, den Rest zahlt der Staat. Für die Strecke Luxexpo – Gare sind 18 Millionen jährlich an Betriebskosten vorgesehen. 32 Wagen sollen auf dem Teilstück Luxexpo – Bahnhof zirkulieren. Für die Verlängerungen sind noch einmal 14 Wagen eingeplant. Kostenpunkt: ungefähr 1,5 Millionen pro Wagen.
Von der Marck ist überzeugt, dass Kosten und Zeitpläne eingehalten werden. Der Plan sei gut.
In den Spitzenzeiten soll die Tram im 3-Minuten-Takt fahren. Die Straßenkreuzungen werden weiter in Betrieb bleiben, die Haltezeit an den Ampeln wird angepasst. Der Verkehr bleibt flüssig.
Die Einwohner der Stadt werden ständig über den Stand der Bauarbeiten informiert werden. Geplant seien auch Konferenzen. Weitere Informationen wird es auf einem Stand auf der Frühlingsmesse geben. Probleme der Geschäftsleute sollen in einem Begleitkomitee erörtert werden. Wichtig sei, dass der Zeitplan eingehalten werden, betonte Lydie Polfer.
Zu Demaart
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