Die Masche ist nicht neu. Man klaut sich den Namen einer mehr oder weniger bekannten Person und verschickt in ihrem Namen eine Mail. Opfer dieser Unehrlichen wurden diesmal zwei CSV-Politiker.
Er sei nach Großbritannien verreist, habe aber dort seine Tasche mitsamt Geld und Dokumenten verloren. Er brauche Geld für den Rückflug und für die Hotelrechnung. Ob man ihm nicht 1600 Pfund borgen könne. Am Besten über eine bekannte Geldtransfer-Firma, so die verzweifelte Ruf von … Serge Wilmes, CSV-Abgeordneter. Der ursprüngliche Text liest sich wie folgt:
„ich bin nach United Kingdom, York, verreist und habe meine Tasche verloren samt Reispass und kreditkarte. Die botschaft ist bereit, mich ohne meinen Pass fliegen zu lassen. Ich muss nur noch für mein ticket und die hotelrechnungen zahlen. Leider habe ich kein Geld dabei, meine kredit karte könnte helfen aber die ist auch in der Tasche. Ich habe schon kontakt mit meiner Bank aufgenommen, aber sie brauchen mehr zeit, um mir eine neue zu schicken. Ich wollte dich fragen ob du mir 1,600Pfund so schnell wie möglich leihen kannst, Ich gebe es dir zurück sobald ich da bin. Ich muss unbedingt den nächsten Flug bekommen. Das Geld durch Western Union ist die beste möglichkeit.
Ich warte auf deine Antwort
Freundliche Grüsse,
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Serge Wilmes
Député
Chambre des Députés
23, rue du Marché-aux-Herbes
L-1728 Luxembourg
Tél. 661 46 14 66
«Mit herzlichem Dank»
Ob sie zusammen nach United Kingdom, York, gereist waren oder nicht, jedenfalls hatte eine gewisse Erna Hennicot-Schoepges, ihres Zeichens vormalige Ministerin und Abgeordnete, bereits einen Tag zuvor eine Mail mit dem identischen Text geschickt. Auch sie benötige 1600 Euro, damit der Sprung über den Kanal nach Luxemburg gelingen sollte. Der einzige Unterschied im Text war die Grußformel. Statt mit «freundliche Grüße», verabschiedete sich die falsche Hennicot-Schoepges „Mit herzlichem Dank.“ Unterschiedlich waren auch die email-Adressen des Absenders.
Der richtige CSV-Abgeordnete Serge Wilmes will eine Klage einreichen, sagte er uns am Mittwochmorgen. Doch viel werde wohl dabei nicht rauskommen, meint er.
Laut Polizeiangaben stammen die Mails aus Nigeria. Die Staatsantwaltschaft entscheidet, ob die Abteilung Neue Technologien der Kriminalpolizei Ermittlungen aufnehmen wird. Für die Polizei sind derlei Mails nichts Ungewöhnliches. Man sei öfters mit derart Nachrichten konfrontiert, heißt es. Oftmals seien jedoch weniger bekannte Personen betroffen.
Zu Demaart
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