Toshiba interessiert sich innerhalb der Alstom Energiesparte insbesondere für das Stromnetz. Das japanische Unternehmen geht davon aus, dass General Electric, mit dem Alstom verhandeln will, nicht wirklich am Stromnetz von Alstom interessiert ist.
Der Stromnetzbereich bei Alstom hat im abgelaufenen Geschäftsjahr schlechter abgeschnitten als im Jahr zuvor, hatte Alstom am Mittwoch bei der Vorlage des Geschäftsberichtes 2013 mitgeteilt.
Toshiba verfügt, wie General Electric oder auch Siemens, über eine Energiesparte, die das Unternehmen ausbaut. Das Schweizer Unternehmen Landys&Gyr ist gerade für 2,3 Milliarden Dollar von den Japanern übernommen worden. Die Schweizer sind Spezialisten für „intelligente Stromzähler“, notwendiges Ausrüstungsteil für Stromnetze der Zukunft. Würde Toshiba den Stromnetzbereich von Alstom übernehmen, hätte sich das Unternehmen in den Rang der weltweiten „Player“ gehoben.
Informatik-Steuerung
Die Betreiber von Stromnetzen sind dabei, ihre Installationen in so genannte „smart grids“ umzubauen. Das heißt, dass die Unternehmen ihre Stromnetze auf eine Informatik-Steuerung umzustellen, die die Stromverteilung auf den Bedarf abstellt. Hier arbeitet auch Siemens dran. Das Unternehmen hat gerade eine Division eingerichtet, die sich mit der „Informatisierung“ der Industrie beschäftigt.
Die Stromnetz Sparte von Tooshiba macht derzeit einen Umsatz von 2,14 Milliarden Euro. Würde Toshiba den Stromnetz Bereich von Alstom übernehmen, könnte sich der Umsatz verdreifachen. General Electric hatte ein Angebot für die gesamte Energiebranche von Alstiom für 12,35 Milliarden Euro abgegeben. Die französische Regierung hatte Siemens gebeten, ein Gegenangebot zu machen, weil sie die US-Firma ablehnt. Siemens will zunächst prüfen und danach entscheiden, ob man interessiert ist.
Gelingt es Toshiba, nur den Netzbereich aus Alstom herauszukaufen, müssten General Electric und auch Siemens weniger für die Energiesparte von Alstom bezahlen, weil Toshiba bereit ist, eine ungenannte Milliardensumme auf den Tisch zu legen.
(Helmut Wyrwich / Tageblatt.lu)
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