Mehr als eine Stunde lang hat Prinz Jean, der Bruder von Großherzog Henri, am Montag über die Gerüchte um seine mögliche Beteiligung an der Bommeleeër-Affäre geredet. Diesmal nicht im Zeugenstand im Gerichtssaal in der Cité judiciaire, sondern wenige hundert Meter tiefer in der Abtei Neumünster.
Jean hatte Medienvertreter gerufen, um nochmals zu betonen, dass er rein gar nichts mit der Affäre zu tun habe. Woher diese «Urban legend» stamme, könne er sich beim besten Willen nicht vorstellen, zumal er sich während der Zeit der Anschläge beruflich in den USA aufgehalten habe. Er sei es nicht gewesen, beteurte Jean. Vor 2005 habe er von der Anschlagsserie nichts gewusst, so Jean. Sein Bruder Henri hatte ihn in jenem Jahr über die Gerüchte gegen ihn informiert.
«Ich kannte Geiben und Steil nicht
Jean Nassau erzählte denn auch ausgiebig über sein Berufsleben in den USA, dass er Ben Geiben und Jos Steil nicht kenne. Beide werden immer wieder als mögliche Verdächtige genannt. Geiben sei ihm einmal in Paris vorgestellt worden, so Jean. Auch den Zeugen, der ihn am Rande eines Anschlags 1985 gesehen haben will, kenne er nicht. Er wisse auch nicht, warum diese Person diese Behauptung aufgestellt habe.
Vor Gericht hatte er alles erzählt, so der Prinz weiter. Me Gaston Vogel hätte ihm dort problemlos weitere Fragen stellen können.
Jean bestätigte jedoch, dass er 1985 am Militärmanöver Ösling85 teilgenommen. Als Beobachter habe er von Weitem die Übung verfolgt. Geübt werden sollte dabei u.a. die Sprengung von Brücken, eine für den Fall einer Invasion Luxemburg geplante Maßnahme.
Dass er in den 1980er Jahren auf seine Rechte in der Thronfolge verzichtet habe, erklärte er mit privaten Gründen. Vor Gericht hatte der Prinz bereits betont, dass er diesen Schritt unternehmen musste, um sein spätere Frau zu ehelichen.
Das Treffen mit der Presse wollte Jean nicht als Pressekonferenz verstanden wissen, sondern als eine Art Meinungsaustausch. Er sei bereit, auch in Zukunft alle Fragen zu beantworten. Als Vermittler: Eine Kommunikationsagentur. Sie wird ihm die Fragen weiterreichen.
Zu Demaart
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