Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» zitierte Siemens-Gesamtbetriebsratschefin Birgit Steinborn mit den Worten, der angestrebte Tausch der Alstom-Energietechnik gegen die Siemens- Bahnsparte sei «nur dann sinnvoll, wenn eine strategische Weiterentwicklung des Unternehmens und der Erhalt von Arbeitsplätzen garantiert sind». IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner, der wie Steinborn im Aufsichtsrat des Konzerns sitzt, forderte, dass in keinem der beiden Länder Jobs wegfallen dürften.
Bei einem bundesweiten Aktionstag am Freitag (23.5.) wollen die Gewerkschaften mit den Siemens-Beschäftigten über den geplanten Umbau diskutieren. Unabhängig von den Alstom-Plänen will Siemens-Chef Joe Kaeser den Konzern umstrukturieren und weltweit bis zu 10 000 Stellen streichen, vor allem in der Verwaltung.
Übernahmepoker
Siemens und der US-Konkurrent General Electric (GE) liefern sich seit einem Monat einen Übernahmepoker um Alstom. GE will für die Energietechnik-Sparte des TGV-Zugherstellers gut zwölf Milliarden Euro zahlen. Siemens prüft vor seiner Gegenofferte noch die Alstom-Bücher. Insidern zufolge könnte das deutsche Unternehmen bereits diese Woche ein offizielles Angebot vorlegen. Siemens arbeite intensiv an der Verbesserung seiner Offerte.
Siemens baut in Krefeld ICE-Züge. Der Krefelder IG-Metall-Chef Ralf Claessen hatte bereits betont: «Wenn tatsächlich die Franzosen das Ruder übernehmen, sind betriebsbedingte Kündigungen tabu. Alstom muss dann die Tarifverträge von Siemens übernehmen.»
Zu Demaart
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