Zum ersten Mal seit mehreren Jahren hatte die Luxair Gruppe am Montag wieder Journalisten zu einer Bilanzpressekonferenz geladen. Die Gesellschaft konnte auf eine gute Entwicklung im vergangenen Jahr verweisen. Sie erwirtschaftet wieder einen Gewinn.
„Erstmals seit langem können wir wieder positive Zahlen vorstellen“, so Verwaltungsratspräsident Paul Helminger. „Es war ein gutes Jahr.“ Man habe sogar besser abgeschnitten als es das Beratungsunternehmen Roland Berger für den Idealfall erwartet hatte.
«Kein Zufall»
Die gute Entwicklung sei aber kein Zufall gewesen, unterstrich Luxair-Geschäftsführer Adrien Ney. „Wir haben uns angepasst. Wir haben eine aggressive Preispolitik betrieben und neue Destinationen aufgenommen.“
„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Wir haben unsere Leistungen verbessert“, fügte Paul Helminger hinzu. Mitgeholfen habe jedoch auch, dass Luxair ein diversifiziertes Unternehmen sei, das in unterschiedlichen Sparten aktiv ist.
Die vier Sparten der Gesellschaft (LuxairTours, Airline, Cargo und Services) weisen jedoch leicht unterschiedliche Entwicklungen auf: Besonders positiv überraschen konnte die Reise-Sparte LuxairTours. Sie konnte ihren operativen Gewinn, verglichen mit dem Vorjahr, von 4,3 auf 9,4 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Für LuxairTours „war es das beste Jahr seiner Geschichte“, unterstrich Adrien Ney. Insgesamt 549.000 Kunden hatte sie letztes Jahr gezählt.
Eine aggressive Preispolitik
Das Geschäft mit den Linienflügen (Airline) hingegen erwirtschaftet weiterhin Verluste. Mit einem Minus von 12 Millionen Euro ist der operative Verlust jedoch deutlich geschrumpft. Erwartet worden war ein höherer Verlust. Im Vorjahr lag er noch bei 19,4 Millionen.
Dieser schrumpfende Gewinn sei bereits eine gute Leistung, fügte Adrien Ney hinzu. Dann erinnert er an die steigende Konkurrenz am Findel, von wo aus Wettbewerber letztes Jahr mehrere neue Fluglinien anbieten. „Die Airline bleibt ein schwieriges Geschäft“, so Ney. Und es „wird nie gewinnbringend werden.“ Aber, das seien die anderen Regionalflieger auch nicht. Wichtig für die Luxair sei es, Luxemburg mit anderen Städten zu verbinden.
Cargo wieder profitabel
„Auch die ehemalige Milchkuh der Gesellschaft“, der Cargo-Bereich, „ist wieder profitabel“, so Adrien Ney weiter. Hier konnte die Luxair vom Konjunkturaufschwung profitieren. Die starke Steigerung des Frachtaufkommens habe es ermöglicht, die gesetzten Ziele zu übertreffen, so die Gesellschaft. Insgesamt 1,3 Millionen Euro trug diese Sparte zum operativen Jahresgewinn bei. Im Vorjahr handelte es sich um einen Verlust von 3,4 Millionen Euro.
Besonders erfreut ist Adrien Ney, dass es der Gesellschaft gelungen sei, die Effizienz in diesem Bereich zu steigern. So habe das Frachtvolumen 2013 auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2009 gelegen, das Resultat sei aber deutlich besser. „Wir glauben an die Zukunft des Cargo-Zenter“, so Ney weiter. Daher wolle man in Zukunft auch zwei neue Parkplätze für Cargoflieger errichten. Die millionenschwere Investition in ein „Pharma & Healthcare Hub“ im Cargozenter zeige auch bereits Resultate.
Im Bereich der Dienstleistungen, etwa Catering, konnte die Luxair eine Steigerung der Einnahmen verbuchen. Nach einem operativen Gewinn von 1,8 Millionen in 2012 wurde letztes Jahr mit einem operativen gewinn von 2,8 Millionen Euro abgeschlossen. Auch für die Zukunft bleibt Luxair optimistisch gestimmt. Man wolle die positive Leistungen des Jahres 2013 weiterführen, so die Aussage. Die Rahmenbedingungen seien aber weiterhin nicht einfach. Demnach sei es wichtig, „die Kosten in den Griff zu kriegen, um so das Überleben in dieser Industrie zu sichern.“ Das sei die Voraussetzung für den Erfolg, so Ney.
Laut Plan soll die Airline soll wieder einen Verlust von 12 Millionen schreiben, während die Luxair Gruppe insgesamt mit einem Nettogewinn von 0,2 Millionen Euro rechnet.
Mit den seit kurzem neu angeflogenen Zielen Stockholm, Lissabon und Dublin ist Luxair zufrieden. Die Auslastung der Flieger sei gut, und man überlege bereits, Dublin auch im Winter anzufliegen. Weitere Strecken ins Netz aufzunehmen ist derzeit jedoch nicht geplant.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können