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13 Verhaftungen in der Drogenszene

13 Verhaftungen in der Drogenszene
(dpa/Symbolbild)

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Der Kriminalpolizei in Luxemburg dreht in der Rauschgiftzene die Daumenschrauben an. In den vergangenen Wochen gab es zahlreiche Verhaftungen und ein Auslieferungsverfahren.

Die Ermittlungen erstreckten sich über Monate. Verdächtige wurden observiert, Telefone abgehört und in der «Szene» wurden Leute befragt. In den vergangenen Monaten wurden insgesamt 13 Verdächtige im Rahmen von Rauschgiftkriminalität verhaftet. Eine weitere Person wurde über ein Auslieferungsantrag via Eurojust (Justizbehörde der Europäischen Union mit Sitz in Den Haag) an Luxemburg ausgeliefert. Es soll sich zum größten Teil um Tunesier handeln, heißt es am Dienstag aus Justizkreisen. Es wurde unter anderem eine größere Menge an hochwertigem Kokain beschlagnahmt.

Logo" class="infobox_img" />Der Drogenhandel in Luxemburg floriert. (Symbolfoto:dpa)

In den vergangenen Wochen wurden mehrere mutmaßliche Dealer einkassiert. Erst kürzlich wurde ein Mann auf frischer Tat vor einer Schule in Petingen festgenommen. Er hatte in unmittelbarer Nähe des LTMA Petingen Drogen an Kinder verkauft. Ende April stellte der Luxemburger Zoll bei einer Razzia in einer Wohnung 46 Gramm Heroin sicher. Auch hier wurde ein Mann verhaftet. Anfang Mai ging der Kriminalpolizei ein «dicker Fisch» ins Netz. Ein rumänischer Staatsbürger wurde mit europäischem Haftbefehl gesucht. Mit Hilfe der Hotelmeldekarten kamen die Ermittler dem Mann in Luxemburg-Stadt im Bahnhofsviertel auf die Spur.

Luxemburg gilt als wichtiger Umschlageplatz für Drogen in Europa. Die Leute haben hier das Geld um zu konsumieren. Außerdem gelten wir innerhalb der Benelux-Staaten als «bedeutendster» Einfuhrpunkt für Kokain. Weitere Transitländer sind Nachbar Belgien, Frankreich, die Niederlande, Spanien, Italien und Großbritannien, heißt es im «Jane’s Sentinel Security Assessment – Western Europe».

Bekannte Routen

Cannabis-Importeur Nr.1 in Luxemburg sind die Niederlande und Marokko. Gleich dahinter folgt Belgien. Von dort kommen auch verstärkt synthetische Drogen auf den Luxemburger Mark, heißt es im aktuellen nationalen Drogen-Report (2013). Kokain kommt in den meisten Fällen aus Lateinamerika. Es fließt über Portugal, Spanien und der Schweiz nach Luxemburg. Heroin kommt über die sogenannte Ostroute via Türkei, Weißrussland und die Balkanstaaten.


Luxemburg wird von Banden
aus Osteuropa, den Niederlanden und dem afrikanischen Kontinent beherrscht, heißt es aus Polizeikreisen. Zahlreiche landen als «politische Flüchtlinge» in Luxemburg und bauen dabei sofort ein systematisches Netz für harte Drogen auf. Im nationalen Drogen-Bericht wird von «Synergien» zwischen den Banden gesprochen.

Internationale Banden

Ein Teil der Drogen wird in Luxemburg verkauft. Dabei ziehen sich die Verkäufer immer weiter aus der Öffentlichkeit zurück. Straßenverkauf wird meistens vermieden. Schnelle Geschäfte werden in Wohnungen, Kneipen oder auf Autobahn-Raststätten abgewickelt.

Der größere Rest geht ins Ausland. Die Banden organisieren dabei den Weitertransport von Drogen in Richtung Osteuropa. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes spielt dabei die Autobahn A2 in Deutschland eine wichtige Rolle. Sie gilt als die meist befahrene Route zwischen West- und Osteuropa. Sie geht vom Ruhrgebiet bis kurz vor die Tore Berlins. Der Transport von Luxemburg aus führt meistens über Nebenstraßen durch die Eifel (Deutschland) oder die Ardennen in Belgien auf die A2 bei Oberhausen.

Nach Schrassig

Laut einer aktuellen Gefängnisstatistik des Justizministeriums sitzen die meisten Insassen in Schrassig wegen Drogen-Straftaten ein. 28 Prozent der Männer und 17 Prozent der Frauen sind wegen Straftaten in Zusammenhang mit Drogen verurteilt worden.