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86 Prozent sind zufrieden mit der Polizei

86 Prozent sind zufrieden mit der Polizei

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LUXEMBURG - Laut einer Statec-Umfrage sind 86 Prozent der Bevölkerung der Meinung, dass die Polizei "gute" oder sogar "sehr gute" Arbeit leistet. Bei den Gerichten liegt die Zufriedenheitsrate bei 75 Prozent.

Das nationale statistische Amt wollte wissen, wie zufrieden die Bevölkerung mit der Arbeit der Polizei ist. Aus der Umfrage geht hervor, dass 86 Prozent der Einwohner der Auffassung sind, die Ordnungshüter leisten «gute» oder sogar «sehr gute» Arbeit. Die Zufriedenheitsrate sei bei der Polizei somit höher als bei den Gerichten. Ihnen stellen nur 75 Prozent der Bevölkerung eine gute Zensur aus, betont der Statec.

Bei der Bewertung der Polizei wurde jedoch ein Unterschied festgestellt, je nachdem ob man in der Vergangenheit Opfer eines Verbrechens wurde oder nicht. 91 Prozent der Leute, die keine Opfer sind, bewerten die Polizeiarbeit positiv. Bei den Opfern sinkt dieser Prozentsatz auf 82 Prozent. Die Art des Verbrechens und der Ort, wo das Verbrechen verübt wurde, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, so Statec. Bei Personen, die im Ausland Opfer eines Vergehens wurden, liegt die Zufriedenheitsrate bei 88 Prozent. Wenn das Verbrechen hierzulande verübt wurde, sind nur noch 79 Prozent der Befragten mit der hiesigen Polizeiarbeit zufrieden.

Bei Gewalt sinkt das Vertrauen

Opfer von Gewaltverbrechen stellen der Polizei weniger gute Noten aus (71 Prozent) als die Leidtragenden anderer Straftaten (82 Prozent). Die Zufriedenheit bei den Opfern bleibt aber hoch: Bei Raubüberfällen liegt sie bei 65,2 Prozent, bei Sexualverbrechen bei 67,1 Prozent, bei Schlägereien bei 71,7 Prozent und bei Opfern von Einbrüchen gar bei 76,6 Prozent. Im Vergleich: Personen die bisher nicht Opfer einer Straftat wurden, sind zu über 90 Prozent mit der Polizeiarbeit zufrieden.

63 Prozent der Opfer von Verbrechen sind mit der Art und Weise, wie die Polizei ihre Affäre behandelt hat zufrieden. Bei 89 Prozent dieser Menschen überwiegt dann auch die positive Meinung über den Sicherheitsapparat. Nur 45 Prozent der unzufriedenen Opfer gaben an, kein gutes Bild von der Luxemburger Polizei zu haben.

Zugewanderte sind zufriedener

Beim Alter gibt es keine nennenswerten Unterschiede bei der Bewertung der polizeilichen Arbeit. In jeder Altersklasse sind weit über 80 Prozent zufrieden. Es wurde aber ein Unterschied festgestellt, was die Staatsangehörigkeit der Befragten betrifft. Geben nur 81,6 Prozent der in Luxemburg geborenen Interviewpartner der Polizei eine gute Zensur, so steigt dieser Prozentsatz bei den Zugewanderten auf über 90 Prozent.

Wie sieht es mit der Beurteilung der Polizeiarbeit in den verschiedenen Regionen Luxemburgs aus? In ländlichen Gegenden mit einer Bevölkerungsdichte von weniger als 200 Personen pro Quadratkilometer sind dem Statec zufolge 83 Prozent mit der Polizei zufrieden. In den Ballungsgebieten wie Luxemburg oder Esch/Alzette liegt der Zufriedenheitsgrad aber bei fast 90 Prozent. Ein Grund hierfür dürfte die große Anzahl an Immigranten in den Städten sein. Sie stellen den Ordnungskräften im allgemeinen eine bessere Zensur aus als Luxemburger.

Der Statec wollte schließlich wissen, wie oft die Bevölkerung in Kontakt mit Drogendelikten kommt. 65 Prozent der Befragten gaben an, noch nie Dealer bei der Arbeit beobachtet zu haben.

Hintergrund

Der Statec hatte zusammen mit der Universität Luxemburg zwischen Juni und August 2013 per Telefon über 3000 Einwohner Luxemburgs über die Polizei befragt. Die Rücklaufquote sei hoch gewesen, so Liliane Reichmann von der Statec zu Tageblatt.lu. Die repräsentative Erhebung sei ein Teil einer allgemeinen Studie über die Sicherheit gewesen. Sie wurde im Rahmen eines EU-Reglements beschlossen, das aber nicht die Zustimmung der Parlamentarier in Straßburg erhielt. Da man aber die Studie in Luxemburg im Budget eingeplant hatte wurde sie auch durchgeführt.