Donnerstag15. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Aus «Töte Juden» wird «Judenhügel»

Aus «Töte Juden» wird «Judenhügel»
(Reuters)

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Das spanische Dörfchen Castrillo Matajudios schämt sich für seinen Namen. Übersetzt bedeutet es "Tötet Juden". Nun stimmten die Einwohner für eine Namensänderung.

Ein kleines Örtchen in Nordspanien hat die Europawahl zur Befreiung von einer jahrhundertealten Last benutzt. In einer Nebenabstimmung beschlossen die Einwohner von Castrillo Matajudíos am Sonntag eine Änderung des antisemitischen Namens ihres Dorfes. Aus «Töte Juden», wie die Gemeinde in der Gegend von Burgos bisher in der Übersetzung des zweiten Namensteils hieß, wird künftig Castrillo Mota de Judíos («Judenhügel»). Die Entscheidung sei mit 29:19 Stimmen allerdings relativ knapp ausgefallen, berichtete die Nachrichtenagentur efe am Montag unter Berufung auf die Behörden.

Die Abstimmung fand auf Initiative von Bürgermeister Lorenzo Rodríguez statt. Es sei nicht gerecht, dass der Ort mit einem Massaker in Verbindung gebracht werde, das es dort nie gegeben habe, hatte er geklagt. «Judenhügel» war der Name gewesen, unter dem das Dorf 1035 gegründet wurde.

Im Nachbarort Castrojeriz hatte es damals einen Aufstand gegen den kastilischen König gegeben, der in ein Pogrom gegen die Juden ausartete. Diese flüchteten daraufhin aus der Stadt und gründeten eine neue Siedlung auf dem Hügel. Seit 1637 wird der Ort jedoch unter dem Namen «Töte Juden» urkundlich erwähnt. Der Bürgermeister vermutet, dass ein Schreiber durch ein Versehen aus Motajudíos irgendwann Matajudíos gemacht hatte.